manager magazin

Hopp-Stiftung gegen Missstände in Strafverfahren

„Staatsanwälte sind Opfer ihrer Profilsucht geworden“ – mm-Interview mit SAP-Gründer Dietmar Hopp

SAP-Gründer Dietmar Hopp hat eine Stiftung ins Leben gerufen, die Missstände in Strafverfahren aufdecken soll. Sie soll im Mai ihre Arbeit aufnehmen, wie Hopp in einem Interview für die Mai-Ausgabe des manager magazins (Erscheinungstermin: 23. April 2004) sagte. Für die Stiftung wird er nach eigenen Worten zunächst drei bis vier Millionen Euro bereitstellen.

Der Unternehmer reagiert mit diesem Schritt auf die Ermittlungen, die im vergangenen Jahr von der Mannheimer Staatsanwaltschaft „aufgrund eines an den Haaren herbeigezogenen Verdachts“ (Hopp) gegen ihn betrieben und schließlich eingestellt wurden. Nach Hopps Worten darf es nicht sein, „dass hier zu Lande der Rechtsstaat erst mit dem Hauptverfahren beginnt und dass man den Eindruck bekommt, in der Phase der Ermittlungen befinde man sich in einem rechtsfreien Raum“.

Zum Mannesmann-Prozess sagt Hopp dem manager magazin: „Die Staatsanwälte sind Opfer ihrer Profilsucht geworden.“ Es sei einfach zu verlockend gewesen, den Chef der Deutschen Bank, einen Spitzengewerkschafter und einen Topmanager „vor den Kadi zu zerren“. Die im Fall Mannesmann gezahlten Prämien hält Hopp für „ungewöhnlich hoch“. Aber allein aus der Höhe könne man nicht folgern, dass deren Gewährung strafbar wäre. „Da hätte sich die Staatsanwaltschaft, bevor sie solche Vorwürfe erhebt, auf sicheres Terrain begeben müssen.“ Hopp rechnet nicht damit, dass die Ankläger, falls die Angeklagten freigesprochen werden, bis vor den Bundesgerichtshof ziehen: „Sie werden es bleiben lassen, wenn sie klug sind.“

Autor: Sören Jensen
Telefon: 040/308005-39

manager magazin
Kommunikation
Eva Wienke

Telefon: 040/3007-2320
E-Mail: Eva_Wienke@manager-magazin.de

Weitere Pressemeldungen

Alle Leserinnen und Leser können sich im Oktober auf eine vielseitige Literaturberichterstattung beim SPIEGEL freuen. Der digitale SPIEGEL präsentiert…
Mehr lesen
Das Nachrichten-Magazin für Kinder wird von 302.000 Mädchen und Jungen zwischen sechs und 13 Jahren gelesen
Mehr lesen