SPIEGEL TV

IG-Metall-Chef bekräftigt Ablehnung von Arbeitszeitverlängerung

Jürgen Peters verteidigt Konfrontationskurs bei DaimlerChrysler / Für Sozialreformen sollten die deutschen Standards für ganz Europa gelten

– IG-Metall-Chef Jürgen Peters hat den Konfrontationskurs in der Tarifauseinandersetzung mit DaimlerChrysler verteidigt und gleichzeitig seine Position gegen die Verlängerung der Arbeitszeiten bekräftigt. Anstatt in Stuttgart Vergünstigungen zu streichen, sei eher eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Bremen angemessen. „Sollen sie doch in Bremen einen Feiertag mehr einrichten“, sagte er im Interview mit SPIEGEL ONLINE. Gleichzeitig beklagte er eine Diskussionskultur, in der sich die Gewerkschaften für ihre Positionen zu schämen hätten. „Sollen wir etwa Beifall klatschen, wenn in Stuttgart Arbeitsplätze verloren gehen?“

Das Angebot der DaimlerChrysler-Geschäftsführung, auf Teile ihres Gehalts zu verzichten, hält Peters für nicht akzeptabel. „Derjenige, der sich gerade unbotmäßig das Gehalt erhöht hat, kann das natürlich locker sagen.“ Das Ansinnen, die Arbeitszeit zu verlängern, diene nur dem Ziel, noch mehr Profit aus profitablen Bereichen herauszupressen.

In Bezug auf die Agenda 2010 will Peters nicht als Blockierer verstanden werden. Die Gewerkschaften, insbesondere die IG Metall, hätten zu keiner Zeit Reformen abgelehnt. Doch inzwischen hielten sich die Leute „vor lauter Angst die Taschen zu“, wenn sie nur das Wort Reform hörten. „Sie wissen, dass sie am Ende die Verlierer sind.“

Peters kritisierte außerdem das Steuerdumping in den Ländern Osteuropas. „Konkurrenz der Standorte in Europa über Steuerdumping zu führen ist ein Witz, davon müssen wir die anderen europäischen Staaten überzeugen.“ Die Länder, die jetzt ihre Steuern drastisch abgesenkt hätten, würden bald erkennen, dass das nicht finanzierbar sei. „Wenn die betreffenden Regierungen dann hoffen, dass wir die Finanzlöcher über den Haushalt der EU ausgleichen, werden sie enttäuscht werden.“

Die Gewerkschaften jedenfalls würden dafür kämpfen, dass die hiesigen Standards verteidigt würden. „Zusammen mit befreundeten Gewerkschaftern in ganz Europa werden wir dafür sorgen, dass unser Sozialmodell als Maßstab und als Entwicklungsmodell für die anderen gilt.“

Der vollständige Text ist unter www.spiegel.de abrufbar.

Ansprechpartner für Rückfragen:
Michael Kröger
Telefon: 030/2038-7455, E-Mail: michael_kroeger@spiegel.de

Kommunikation
Maria Wittwer
Telefon: 040/3007-2614, Mail: maria_wittwer@spiegel.de

Weitere Pressemeldungen

Alle Leserinnen und Leser können sich im Oktober auf eine vielseitige Literaturberichterstattung beim SPIEGEL freuen. Der digitale SPIEGEL präsentiert…
Mehr lesen
Das Nachrichten-Magazin für Kinder wird von 302.000 Mädchen und Jungen zwischen sechs und 13 Jahren gelesen
Mehr lesen