DER SPIEGEL

IG-Metall-Vize Huber verlangt Abbau von EU-Subventionen bei Jobverlagerungen

Bund und Länder sollen Änderung in Brüssel durchsetzen / Forderung nach neuen Regeln für Globalisierung / Siemens betreibe „offensive Verlagerungsstrategie“

– Der Vizevorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, verlangt von der Bundesregierung, in der Frage der Jobverlagerung nach Osteuropa zu handeln. Der Bund und auch die Länder müssten sich in Brüssel dafür einsetzen, dass die Subventionsregeln der EU geändert werden, sagte Huber im Interview mit SPIEGEL ONLINE.

Huber kritisierte, dass der Aufbau von Industrieproduktion in Ländern wie Ungarn derzeit zu Lasten deutscher Arbeitnehmer mit EU-Geldern gefördert werde. „Da zahlt man in Deutschland Steuern und wird mit dem Verlust des Arbeitsplatzes bestraft“, sagte Huber. „Es muss hier neue Regeln für die Globalisierung geben.“

Mit Beginn der Osterweitung werde der Druck auf die deutschen Arbeitnehmer weiter zunehmen, so Huber. „Insbesondere die Konkurrenz um einfache Arbeit wird eine neue Qualität erreichen.“ Die IG Metall könne „nicht jede Stelle in Deutschland erhalten“. Sie müsse aber für die innovativen, qualitativ hochwertigen Arbeitplätze kämpfen.

Huber argumentierte vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung bei Siemens. Allein in der Handy-Produktion des Konzerns in Nordrhein-Westfalen sind 2500 Arbeitsplätze von der Verlagerung nach Ungarn bedroht. Huber sagte, bei Siemens habe ein „Paradigmenwechsel“ stattgefunden. „Wir haben jetzt bei Siemens eine neue Qualität. Das Verhältnis zu Jobverlagerung und Globalisierung ist ein neues.“

Huber warf dem Konzern vor, er betreibe eine „offensive Verlagerungsstrategie“. Langfristig plane der Vorstand, weit mehr als 10 000 Stellen aus Deutschland abzuziehen. Die Siemens-Führung informiere die Belegschaft nur mangelhaft über die konkreten Verlagerungspläne. „Es scheint ihnen vor allem darum zu gehen, die Beschäftigten unter Druck zu setzen. Da wird der große Hammer rausgeholt“, so Huber. Siemens-Chef Heinrich von Pierer müsse endlich offen sagen, was er bezwecke. „Will er der Edmund Stoiber der Industrie werden? Will er die Arbeitszeit in Deutschland generell ausweiten?“

Der vollständige Text ist unter www.spiegel.de abrufbar.

Ansprechpartner für Rückfragen:
Matthias Streitz
Telefon: 040 / 380 80 268
E-Mail: Matthias_Streitz@spiegel.de

Kommunikation
Maria Wittwer
Telefon: 040/3007-3036
E-Mail: maria_wittwer@spiegel.de

Weitere Pressemeldungen

Alle Leserinnen und Leser können sich im Oktober auf eine vielseitige Literaturberichterstattung beim SPIEGEL freuen. Der digitale SPIEGEL präsentiert…
Mehr lesen
Das Nachrichten-Magazin für Kinder wird von 302.000 Mädchen und Jungen zwischen sechs und 13 Jahren gelesen
Mehr lesen