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J.-P.-Morgan-Chef Dimon: „Banken müssen wieder bankrottgehen können“

US-Topbanker fordert weitreichenden Umbau des Finanzsystems – und begrüßt Vorschläge zur Regulierung der Gehälter im Bankgewerbe

Der Chef der amerikanischen Großbank J. P. Morgan, Jamie Dimon, setzt sich für
einen weitreichenden Umbau des internationalen Finanzsystems ein. „Niemand kann
ein Interesse daran haben, dass das Finanzsystem die Weltwirtschaft noch einmal
beinahe in die Knie zwingt. Also müssen wir es reparieren“, sagte Dimon in
einem Interview mit dem Hamburger manager magazin (Erscheinungstermin: 20.
November 2009).

Als wichtigsten Schritt, um die von der Bankenbranche ausgehenden Gefahren zu
mindern, bezeichnete Dimon die Errichtung einer „starken Aufsicht, die
verhindert, dass aus einzelnen Bankpleiten Risiken für das Gesamtsystem
entstehen. Wir müssen dafür sorgen, dass auch eine große Bank wieder
bankrottgehen kann.“ Dann müsse man das Institut abwickeln können, ohne dass
die gesamte Wirtschaft und der Steuerzahler Schaden nähmen, so der
J.-P.-Morgan-Chef weiter.

Die von verschiedenen Regierungen geplanten Maßnahmen zur Eindämmung exzessiver
Gehälter im Bankgewerbe hält Dimon für nachvollziehbar: „Die meisten
Vorschläge, die ich von Politikern und Regulatoren zu diesem Thema gehört habe,
sind ganz vernünftig.“ J. P. Morgan habe vieles davon bereits umgesetzt:
„Unsere Boni zahlen wir zu einem großen Teil in Aktien aus, und wir bemessen
sie am langfristigen Erfolg unserer Mitarbeiter.“

Die geplanten strengeren Anforderungen an das Eigenkapital der Banken sieht
Dimon hingegen kritisch: „Prinzipiell halte ich es für richtig, auf diese Weise
allzu riskante Geschäfte zu erschweren oder sogar zu eliminieren. Aber die
Regulatoren müssen aufpassen, dass diese Maßnahmen nicht zulasten der
Kreditvergabe gehen“, warnte der Topbanker. Dann zahle am Ende der Kunde einen
unverhältnismäßig hohen Preis für die zusätzlich gewonnene Sicherheit.

Autor: Ulric Papendick
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