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Kirch Media will Telecinco von Dresdner Bank zurück

Der Streit zwischen der Dresdner Bank und der insolventen Kirch Media um einen Großkredit und dessen Besicherung spitzt sich zu. Dies berichtet das manager magazin in seiner neuesten Ausgabe (Erscheinungstermin: 23. August 2002). Die Dresdner Bank hatte der Taurus Holding, Kirchs Dachgesellschaft, einen Kredit über 500 Millionen Euro gewährt und später als Sicherheit eine 25-Prozent-Beteiligung der Kirch Media am spanischen TV-Sender Telecinco akzeptiert.

Wie dieser Kredit "unter Deckung" gebracht wurde, heißt es im Bericht zum Insolvenzverfahren der Kirch Media, "gibt Anlass zu rechtlichen Bedenken, insbesondere in anfechtungsrechtlicher Hinsicht". Kirch Media und die um ihre Forderungen bangenden Gläubigerbanken Bayerische Landesbank, Hypo-Vereinsbank, Commerzbank und DZ Bank (Poolbanken), so das manager magazin, verweisen auf Paragraf 57 des Aktiengesetzes, wonach eine Holding keine Beteiligung einer Tochterfirma verpfänden darf.

Falls es nicht in Kürze zu einer Einigung kommt, will Kirch Media die Dresdner Bank gerichtlich zwingen, die Sicherheit Telecinco freizugeben oder aber Schaden-
ersatz zu leisten. Die Dresdner Bank erwägt nun ihrerseits eine Übernahme des TV-Senders. Die Poolbanken wollen einem Verkauf allerdings nur zustimmen, wenn der Erlös bis zur Klärung aller Ansprüche auf einem Sperrkonto landet. Dies lehnt die Dresdner Bank ab.

"Wir sind uns völlig einig", zitiert das manager magazin einen Vertreter des Bankenpools, "wer uns Telecinco vorenthält, den verklagen wir." Sollte die Dresdner Bank, die für einen eventuellen Ausfall des Kirch-Kredits keine Rückstellungen gebildet hat, in der Auseinandersetzung unterliegen, drohen dem Institut Wertberichtigungen größeren Ausmaßes.

Autor: Klaus Boldt
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