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Kirch reicht neue Anfechtungs- und Nichtigkeitsklage gegen die Deutsche Bank ein

Geheimgespräche über einen Vergleich sind gescheitert

Der frühere Medienunternehmer Leo Kirch (80) und seine Ehefrau Ruth (79) haben
am 25. Juni beim Landgericht Frankfurt Anfechtungs- und Nichtigkeitsklage gegen
den Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Bank eingereicht. Dies berichtet
das manager magazin in seiner am Freitag (20. Juli 2007) erscheinenden Ausgabe.

Angefochten werden die Beschlüsse der jüngsten Hauptversammlung: Im
Jahresabschluss 2006 des größten deutschen Bankhauses seien „keine
Rückstellungen für die Schadensersatzansprüche“ von Kirch „in Höhe von
mindestens 1,394 Milliarden Euro“ gebildet worden. Nichtig sei die Bilanz,
„weil bei ausreichender Bildung von Rückstellungen ... kein Jahresüberschuss
und auch kein Bilanzgewinn ausgewiesen worden wäre“. Sollte sich Kirch vor
Gericht durchsetzen, wäre auch die Dividendenausschüttung der Deutschen Bank
nichtig.

Kirch macht für den Zusammenbruch seiner Firmengruppe (u.a. ProSiebenSat.1,
Premiere) im Jahr 2002 die Deutsche Bank und ihren damaligen Vorstandssprecher
Rolf-E. Breuer (69) verantwortlich. Breuer hatte in einem Interview die
Kreditwürdigkeit seines Schuldners Kirch in Zweifel gezogen. Wenig später
meldete Kirch Insolvenz an. Der Bundesgerichtshof sprach Kirch 2006
grundsätzlich Anspruch auf Schadensersatz zu. Insgesamt fordert Kirch von der
Deutschen Bank 3,6 Milliarden Euro.

Unterdes sind geheime Verhandlungen um eine Beilegung des Konflikts
gescheitert. Wie das manager magazin berichtet, hätten der Unterhändler der
Deutschen Bank, Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Börsig (58), und Leo Kirch
Ende vergangenen Jahres weitgehend Übereinstimmung über eine Vergleichssumme
von rund einer Milliarde Euro erzielt. Eine Einigung kam indes nicht zustande.
Die Gespräche, von der Deutschen Bank dementiert, hatte der ehemalige Chef der
HypoVereinsbank Albrecht Schmidt (69) moderiert.

Autor: Klaus Boldt
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