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Klaus Eierhoff verlässt Bertelsmann

Der Vorstand des Medienkonzerns wird von neun auf acht Manager reduziert - Egon Walgenbach wird Eierhoffs Aufgaben übernehmen


Die Führungskrise im Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann tobt weiter und verursacht offenbar ein neues prominentes Opfer: Nach dem spektakulären Abgang des Bertelsmann-Chefs Thomas Middelhoff vor knapp zwei Wochen steht nun auch die Ablösung von Klaus Eierhoff als Vorstand und Chef der DirectGroup unmittelbar bevor. Das erfuhr manager-magazin.de aus unternehmensnahen Kreisen.

Eierhoffs Aufgaben soll der bisherige Chief Operating Officer (COO) Ewald Walgenbach übernehmen. Der 43-jährige Topmanager ist erst seit Februar 2002 im Vorstand der Bertelsmann AG und verantwortet das operative Controlling sowie die Steuerung der strategischen Allianzen. Allerdings wird Walgenbach wohl künftig auf den angelsächsischen Titel COO verzichten müssen, da der neue Bertelsmann-Chef Gunter Thielen seinen Konzern von einem zentralisierten amerikanischen Führungsmodell, das Middelhoff favorisiert hatte, zu dezentralen, eigenständigen Strukturen zurückführen will. "Da ist für einen COO kein Platz mehr", sagt ein Insider.

Der 49-jährige Eierhoff ist seit 1998 im Vorstand der Bertelsmann AG. Unter seiner Führung wurden die Buch- und Musikclubs mit E-Commerce-Angeboten zu einem integrierten Endgeschäft verknüpft. "Alle Medien über alle Wege aus einer Hand", lautete Eierhoffs Internet-Strategie.

Der Abgang von Eierhoff ist ein weiteres deutliches Zeichen für die Rückbesinnung auf das traditionelle Geschäft und das Zurückschrauben der einst so hoffnungsvollen Internet-Visionen. Zwar war Eierhoff in seinem Job recht erfolgreich, allerdings gilt der promovierte Betriebswirt als nicht besonders führungsstark und zuweilen eitel.

Mit dem bevorstehenden Revirement im Vorstand wird sich die Zahl seiner Mitglieder von neun auf acht verringern. Ein Sprecher des Bertelsmann-Konzerns wollte sich zu den personellen Veränderungen nicht äußern. "Wir kommentieren diese Spekulationen grundsätzlich nicht", hieß es in Gütersloh. Klaus Eierhoff war bisher nicht zu erreichen.

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