SPIEGEL-Gruppe

Leipziger Buchmesse am Freitag: „Gewonnene Jahre oder Die Kraft der alternden Gesellschaft“

Zu Gast auf dem SPIEGEL-Stand: Schriftstellerin Jenny Erpenbeck

Am Freitag lädt die SPIEGEL-Gruppe zu folgenden Veranstaltungen auf dem
SPIEGEL-Stand in Halle 3, D 200, ein:

11.00 Uhr
„Der Traum von der Revolte“
Das Jahr 1968 – wie haben es die Bürger in der DDR erlebt? Es war vor allem
geprägt von den Ereignissen in der benachbarten Tschechoslowakei. Der von der
tschechoslowakischen Führung unternommene Erneuerungsversuch des „Sozialismus
mit menschlichem Antlitz“ ließ die ostdeutschen Bürger aufhorchen. In Prag gab
es auch die Freizügigkeit, die im eigenen Land vermisst wurde. Dort konnte man
die begehrten Schallplatten mit Beat-Musik und Jazz kaufen und an den Kiosken
gab es westliche Zeitungen und Zeitschriften. Die Hoffnung, mit dem sogenannten
„dritten Weg“ die politischen Verhältnisse im Osten grundlegend ändern zu
können, endete im August 1968 mit dem Einmarsch der sowjetischen Truppen in
Prag. Autor Stefan Wolle spricht mit SPIEGEL-Redakteur Klaus Wiegrefe über das
Jahr 1968 aus ostdeutscher Perspektive.

12.00 Uhr
„Warum wurden die Stanislaws erschossen?“ – Reportagen über den Zusammenbruch
des Kommunismus
Sitzt das Trauma des Zweiten Weltkrieges bei den Osteuropäern tiefer als bei
den Westeuropäern? Der Autor Martin Pollack hat den Zusammenbruch des
Kommunismus im Ostblock in mehreren Reportagen geschildert. Dabei machen die
vielen persönlichen Begegnungen und Erlebnisse, die Gegenstand seiner Berichte
sind, die großen historischen Zusammenhänge deutlich. SPIEGEL-Redakteur Jan
Puhl diskutiert mit Martin Pollack über die Gefahren des Nationalismus, über
ethnische Minderheiten und darüber, ob das EU-Europa die alten Zwistigkeiten
wirklich beseitigen kann.

12.30 Uhr
„Gewonnene Jahre oder Die revolutionäre Kraft der alternden Gesellschaft“
Der demografische Wandel wirkt sich aus: immer mehr Rentner, immer weniger
Kinder. Bedroht diese Entwicklung den Zusammenhalt der Gesellschaft oder bietet
sie neue Chancen, die es zu ergreifen gilt? Gibt es mutige Ideen und
Vorschläge, die Schluss machen mit der Schwarzmalerei? Uwe-Karsten Heye macht
eine Bestandsaufnahme und richtet den Blick gleichzeitig in die Zukunft: Was
tun mit den gewonnenen Jahren der rüstigen Rentner? Sein Konzept lautet: Holt
die Alten zurück. Freie Wahl des Rentenalters statt Frühverrentung sowie Arbeit
für Senioren in Kindergärten und Schulen, Pflege und Ausbildung. Über seine
Vorschläge zur Integration der Alten in die Lebens- und Arbeitswelt der Jungen
spricht Uwe-Karsten Heye mit SPIEGEL-Redakteur Norbert Pötzl.

14.00 Uhr
Die letzten Fragen: Über Gott und die Unsterblichkeit der Seele
Manfred Lütz, Psychotherapeut und Theologe in Köln, hat mit seinem Buch „Gott –
Eine kleine Geschichte des Großen“ einen überraschenden Erfolg erzielt. Das
Buch stand monatelang auf den oberen Rängen der SPIEGEL-Bestsellerliste. Darin
heißt es unter anderem, „das tiefste und glaubwürdigste Bekenntnis eines
Menschen“ geschehe „im Sterben“.
SPIEGEL-Redakteur Mathias Schreiber sucht auf der Basis dieser These im
Gespräch mit Lütz nach Gemeinsamkeiten zwischen dessen Buch und Schreibers
eigenem neuen Buch „Was von uns bleibt – Über die Unsterblichkeit der Seele“.
Der alte Glaube an die Unsterblichkeit der Seele – in der naturwissenschaftlich
geprägten Moderne längst aus der Mode gekommen – ist das stärkste
Hoffnungsmotiv des christlichen Glaubens. Schreiber und Lütz diskutieren
darüber, ob dieses Hoffnungsmotiv heute noch nachvollziehbar ist und eine
Zukunft hat.

15.00 Uhr
Naturwissenschaften im Land der Philosophen: Die „Edition Unseld“ und die
„Dritte Kultur“ in Deutschland
In Deutschland haben die Geisteswissenschaften traditionell die
Naturwissenschaften in den Schatten gestellt. Anders als im angelsächsischen
Raum, wo die Kommunikation zwischen den Disziplinen schon früh einsetzte, fängt
der Austausch hierzulande erst an. Rolf Landua, Physiker am Europäischen
Kernforschungszentrum (CERN), Josef H. Reichholf, Zoologe und Professor an der
Technischen Universität München und Hans-Joachim Simm, Leiter des Insel-Verlags
und Programmleiter der „Edition Unseld“, reden mit SPIEGEL-Wissenschaftsredakteur
Johann Grolle über den Versuch, die Entfremdung zwischen den Geistes- und
Naturwissenschaften zu überwinden, und die großen Fragen der Zeit einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

15.30 Uhr
Trendthema „All Age“: Jugendbuch für alle? – Eine Veranstaltung von „buchreport“
Was kommt nach „Harry Potter“ und „Tintentod“? Eine Diskussion mit der
Kinderbuch-Kritikerin Monika Osberghaus, dem Journalisten und
Kinderbuch-Experten Nicola Bardola und Joachim Kaufmann, Lektor beim Carlsen
Verlag. Moderation: Dr. Ingo Schiweck, „buchreport“

16.30 Uhr
„Heimsuchung“
In ihrem neuen Roman „Heimsuchung“ beschreibt Jenny Erpenbeck zwölf Schicksale,
die alle durch einen Ort an der märkischen See miteinander verbunden sind.
Zwölf Lebensgeschichten eines deutschen Jahrhunderts: Kaiserreich, Weimarer
Republik, Nazizeit, Krieg und Kriegsende, DDR, die Wende und die Zeit danach.
KulturSPIEGEL-Autorin Silja Ukena spricht mit Jenny Erpenbeck über den Begriff
„Heimat“, wie er sich definiert, was er für die Romanautorin persönlich
bedeutet und wie sich „Heimat“ in der Literatur wiederfindet. Weitere Themen
des Gesprächs sollen das Verhältnis von Fiktion und Realität in der Literatur
sein sowie die Nominierung Erpenbecks für den Preis der Leipziger Buchmesse.

Ansprechpartnerin für Rückfragen: Catherine Stockinger, Telefon: 040/30 07-28 08,
Telefon am SPIEGEL-Stand: 03 41/41 45-46 09, E-Mail: catherine_stockinger@spiegel.de

Hamburg, 12. März 2008

SPIEGEL-Verlag
Kommunikation
Maria Gröhn
Telefon 040/30 07-30 36
E-Mail: maria_groehn@spiegel.de

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