SPIEGEL-Gruppe

Leipziger Buchmesse am Samstag: „Jeder Verbraucher ein Verbrecher?“ – Urheberrecht, Vorratsdatenspeicherung und die tägliche Raubkopie

Zu Gast auf dem SPIEGEL-Stand: SPIEGEL-ONLINE-Kolumnist Bastian Sick

Am Samstag lädt die SPIEGEL-Gruppe zu folgenden Veranstaltungen auf dem
SPIEGEL-Stand in Halle 3, D 200, ein:

11.00 Uhr
„Der diskrete Charme der Rebellion“
Mythos 1968: Auch noch vierzig Jahre danach fasziniert der Aufstand gegen den
bürgerlichen Mief der Nachkriegsrepublik die Menschen in Deutschland. War die
Studentenrevolte Fluch oder Segen für die Entwicklung der Bundesrepublik,
darüber streiten sich Zeitgeschichtler schon lange, und im Jubiläumsjahr noch
einmal heftiger. Der Journalist Reinhard Mohr, selbst ein Nachgeborener und
kein 68er, hat mit seinem Buch „Der diskrete Charme der Rebellion“ eine
kritische Chronik der Revolte vorgelegt. Hat die Idee von damals, die
Utopie einer freien und glücklichen Gesellschaft, heute noch Bestand? Über
diese Frage spricht der Autor vor dem Hintergrund der aktuellen Debatten um den
Linksruck der Republik, um Lohngerechtigkeit und Stellenkürzungen zwecks
Profitsicherung mit SPIEGEL-ONLINE-Redakteur Andreas Borcholte.

13.00 Uhr
Jeder Verbraucher ein Verbrecher?
Das Verhältnis von Kunden und Entertainment-Industrie darf als belastet gelten:
Seit sich CD-Brenner und Internet durchgesetzt haben, bedienen sich die einen
fleißig, die anderen fühlen sich bestohlen. Die Industrie wehrt sich mit
Abmahnungen, Klagen und zum Beispiel Lobbyarbeit in Berlin. Seit Januar dieses
Jahres gilt ein neues Urheberrecht, ab Januar 2009 sollen zudem
Service-Provider das Internet-Verhalten ihrer Kunden protokollieren. Muss der
Verbraucher bald davor zittern, vom eigenen Telefonanbieter denunziert zu
werden? Droht eine noch größere Klagewelle, eine Kriminalisierung der Kunden?
Was ist noch recht, was billig? Wo beginnt der Diebstahl, wo die Notwehr in
Zeiten digitaler Medien?

Stefan Michalk, Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie e.V.,
Rechtsanwalt Henning Lesch, eco Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V.,
und Katja Henschler, Telekommunikationsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen,
diskutieren mit SPIEGEL-ONLINE-Redakteur Frank Patalong über Urheberrecht,
Vorratsdatenspeicherung und die tägliche Raubkopie.

14.00 Uhr
„Ich habe abgeschworen“: Warum Mina Ahadi für die Freiheit und gegen den Islam
kämpft
Für Mina Ahadi, Ex-Muslimin und Kämpferin für Religionsfreiheit ist die Abkehr
vom Glauben ein Grundrecht, nach islamischer Rechtslehre ist sie ein
Verbrechen. Im letzten Jahr gründete Ahadi den „Zentralrat der Ex-Muslime“ und
wird seither von islamistischen Fundamentalisten mit dem Tode bedroht. In ihrem
Buch beschreibt sie diverse Frauenschicksale in ihrer Heimat Iran, präsentiert
sich aber auch als aktive Kämpferin für die Menschenrechte in Deutschland, die
nach ihrer Aussage für alle Bürger gelten müssen, auch für die muslimischen.
Vor allem warnt sie vor falsch verstandener Toleranz und der damit verbundenen
Akzeptanz der Scharia in Deutschland. Das Gespräch führt SPIEGEL-Redakteur Per
Hinrichs.

15.00 Uhr
„Zu wahr, um schön zu sein“
SPIEGEL-ONLINE-Kolumnist Bastian Sick, bekannt geworden durch seine
Online-Kolumne „Zwiebelfisch“ und die drei Bände „Der Dativ ist dem Genitiv
sein Tod“, hat ein weiteres Buch veröffentlicht, das sich mit den Irrungen und
Wirrungen der Deutschen Sprache beschäftigt. „Zu wahr, um schön zu sein“ ist
eine Sammlung verdrehter Sprichwörter und Redewendungen. Darin geht es nicht um
grammatikalische Fehler, sondern um die ungewollt entstehende Komik, wenn
Sprichwörter nur durch ein paar verdrehte Wörter einen völlig neuen Sinn
ergeben. Bastian Sick spricht über sein neues Buch und den Erfolg seiner
Bemühungen im Dienst der deutschen Sprache mit SPIEGEL-ONLINE-Redakteur Frank
Patalong.

16.00 Uhr
„Wäre es schön? Es wäre schön!“
Die Schriftstellerin Irina Liebmann zeichnet in ihrem Buch den Lebensweg Ihres
Vaters, des Journalisten Rudolf Herrnstadt, nach. Er war der bekannteste
Pressemann der frühen DDR. Nach dem Krieg war er maßgeblich am Aufbau der
Presselandschaft in Berlin und der DDR beteiligt. Erst als Vertreter der
DDR-Propaganda ein gern gesehenes Parteimitglied, wird er nach seiner
öffentlichen Forderung nach mehr Demokratie und einem achtungsvollen Umgang mit
den Menschen 1953 aus der SED ausgeschlossen und bis zu seinem Tod 1966 zur
„Persona non grata“ erklärt. Irina Liebmann, deren Buch für den Preis der
Leipziger Buchmesse 2008 in der Kategorie Sachbuch nominiert ist, spricht mit
SPIEGEL-Redakteurin Elke Schmitter über ihr Buch und das Leben ihres Vaters.

Ansprechpartnerin für Rückfragen: Catherine Stockinger, Telefon: 040/30 07-28
08, Telefon am SPIEGEL-Stand: 03 41/41 45-46 09, E-Mail:
catherine_stockinger@spiegel.de

Hamburg, 13. März 2008

SPIEGEL-Verlag
Kommunikation
Maria Gröhn
Telefon 040/30 07-30 36
E-Mail: maria_groehn@spiegel.de

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