Harvard Business Manager

Let’s talk about sex

Sind Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert, weil Sexualität die Arbeitsbeziehungen zwischen den Geschlechtern durcheinanderbringt?

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Männer deutlich häufiger als Frauen an Sex denken. Wie wirkt sich diese sexuelle Dimension auf die Beziehungen zwischen den Geschlechtern in der Arbeitswelt aus und ist sie möglicherweise ein Grund für die geringe Zahl von Frauen in Führungspositionen? In der neuen Ausgabe des Harvard Business Managers, die am 21. Juli erscheint, beschäftigt sich Manfred F. R. Kets de Vries, Professor an der Hochschule Insead in Frankreich, mit dieser Frage. Seine Vermutung: Der evolutionsbedingte starke Sexualtrieb des Mannes und seine Angst vor den Konsequenzen sexueller Anziehung trägt neben vielen anderen Faktoren dazu bei, dass Männer nur ungern Frauen den Zutritt zu oberen Managementebenen gewähren. Diese teilweise unbewussten Bemühungen der Männer haben zu einer subtilen Form der Diskriminierung geführt.

Der Autor skizziert in seinem Beitrag einen Ausweg aus dieser Situation. Seiner Meinung nach muss an drei Fronten gekämpft werden. Die Führungsteams in den Unternehmen müssen sich mit dem Problem auseinandersetzen, dass Frauen durch implizite Geschlechternormen der Zutritt zu den Chefetagen verwehrt bleibt. Unternehmen sollten ihre Strukturen auch an die Bedürfnisse von Frauen anpassen, indem sie beispielsweise sehr hierarchische durch Netzwerkstrukturen ersetzen. Damit sich aber wirklich etwas verbessern kann, muss die Veränderung nach Auffassung des Wissenschaftlers viel früher ansetzen – bei den Erziehungsmaßnahmen in der frühen Kindheit.

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