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Madeleine Schickedanz erhebt Milliardenforderung gegen Bankhaus Sal. Oppenheim und Josef Esch

Quelle-Erbin fühlt sich als Opfer einer verfehlten Investition in Aktien des insolventen Arcandor-Konzerns

Die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz hat das Bankhaus Sal. Oppenheim und
dessen Immobilienpartner Josef Esch für ihr verfehltes Aktienengagement bei dem
2009 zusammengebrochenen Handelskonzern Arcandor (Karstadt, Quelle, Thomas
Cook) verantwortlich gemacht. Bei dem Investment verlor sie fast ihr gesamtes
Vermögen. Wie das manager magazin in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe
berichtet, hat sie Schadenersatzansprüche in Höhe von mehr als 2 Milliarden
Euro angemeldet und verlangt zudem die Erstattung von bereits erfolgten
Kredittilgungen in Höhe von mehr als 200 Millionen Euro. Außerdem will sie die
Stellung von Sicherheiten aus ihrem Privatvermögen im Wert von mehr als
200 Millionen Euro rückgängig machen.

Wie manager magazin berichtet, ließ Madeleine Schickedanz ihre Anwälte bereits
im vergangenen Jahr eine Klageschrift gegen Sal. Oppenheim, Esch und zwölf
weitere Personen und Firmen aufsetzen, darunter die ehemaligen persönlich haftenden
Gesellschafter des Instituts. In dem Klageentwurf behauptet sie, dass ihre
Vermögensverwalter Esch und Sal. Oppenheim sie aus Eigeninteresse immer tiefer
in das Arcandor-Engagement getrieben hätten, um über ihre Kundin Schickedanz an
die auf sieben bis zehn Milliarden Euro geschätzten, in den Karstadt-Immobilien
liegenden stillen Reserven heranzukommen. Esch und das Bankhaus Sal. Oppenheim,
das nach einer Beinahepleite heute im Eigentum der Deutschen Bank steht, wiesen
die Vorwürfe ebenso zurück wie einige der ehemaligen Bankleiter.

Die Klageschrift wurde nach Informationen des Magazins bislang nicht bei
Gericht eingereicht, wohl aber dem Bankhaus und anderen möglichen Beklagten
zugestellt, um Druck für mögliche Vergleichsgespräche aufzubauen. Eigentlich
hätte Schickedanz bis zum Jahresende 2011 klagen müssen, weil zu diesem
Zeitpunkt mehrere von ihr angeprangerte Tatbestände zu verjähren drohten. Kurz
vor Silvester 2011 haben ihre Anwälte beim Oberlandesgericht Köln einen Antrag
auf Festlegung des Gerichtsstandes in dieser Sache gestellt. Wegen der Vielzahl
der potenziellen Beklagten wären mehrere Orte in Frage gekommen. Durch den
Antrag ist die Verjährung erst einmal gehemmt.

Autor: Sören Jensen
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