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manager magazin 1/2015: Volkswagen: Das Wechseln geht weiter

Produktstrategiechef Klaus-Gerhard Wolpert soll sich künftig um den Truck-Baukasten kümmern

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Das Wechselspiel im Topmanagement des Autokonzerns Volkswagen setzt sich fort. Der konzernweit für die Produktstrategie verantwortliche Klaus-Gerhard Wolpert werde seine Aufgabe verlieren, berichtet das manager magazin online. Statt um sämtliche Marken werde sich Wolpert künftig nur noch um die Lastwagen kümmern, heißt es in Konzernkreisen. Der von Porsche 2010 nach Wolfsburg gewechselte Wolpert sei mit der Aufgabe überfordert gewesen, berichten Topmanager. So habe er zu viele Entscheidungen verzögert und an Konzernchef Martin Winterkorn verwiesen. Auch deshalb seien etliche Projekte unnötig verzögert worden.

Wolpert ist bei Volkswagen allein für die Steuerung von weit mehr als 100 Pkw-Modellen von neun Marken zuständig. Kritiker werfen ihm vor, er habe den Sonderwünschen der mächtigen Markenchefs zu häufig nachgegeben und so dazu beigetragen, dass die neue Standardarchitektur des Konzerns, der Modulare Querbaukasten (MQB), noch nicht die erhofften Effekte bringe.

So hätten allein die Probleme beim ersten MQB-Anlauf der wichtigsten VW-Modelle Golf und Passat mehr als 300 Millionen Euro gekostet, berichtet das manager magazin in seiner neuesten Ausgabe (Erscheinungstermin: 19. Dezember) unter Verweis auf Wolfsburger Topmanager. Das Problem: unter anderem im Vertrauen auf höhere Verkaufszahlen insbesondere in Europa und Lateinamerika habe VW sehr viel investiert. Auch deshalb stiegen in der Marke die Fixkosten pro Auto außerhalb Chinas zwischen 2012 und 2015 um bis zu 25 Prozent. Das manager magazin beruft sich dabei auf Prognosen, die mögliche Effekte des Sparprogramms "Future Tracks" noch nicht einbeziehen.

Produktstratege Wolpert solle künftig den geplanten Baukasten für die Trucksparte des Konzerns managen, heißt es in Wolfsburg. Auch Volkswagens Lkw-Hersteller Scania und MAN sollen eine Standardarchitektur entwickeln; und prinzipiell genieße Wolpert weiter das Vertrauen der Konzernspitze, berichtet manager magazin online. Der Manager hatte in seiner Zeit bei Porsche unter anderem das Projekt Colorado geleitet: die sehr erfolgreiche Kooperation von Volkswagen und Porsche bei den SUV Touareg und Cayenne.

Autor: Michael Freitag
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