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manager magazin 10/2016: Neue Hindernisse bei der Ergo-Sanierung

Vertriebskooperation mit der Unicredit in Gefahr / Wechsel im Aufsichtsrat der Versicherungsgruppe / Belegschaftsabbau erst ab 2018

Für Ergo-Chef Markus Rieß (50) wird die Sanierung des Düsseldorfer Konzerns schwieriger und langwieriger als bislang erwartet. Zum einen steht die langjährige Vertriebskooperation zwischen der Versicherungsgruppe und dem italienischen Finanzkonzern Unicredit (der früheren HypoVereinsbank) auf der Kippe. Zum anderen wird der im Juni angekündigte Personalabbau frühestens Anfang 2018 beginnen können. Dies erfuhr das manager magazin aus Unternehmenskreisen und berichtet darüber in seiner am Freitag (23. September) erscheinenden Ausgabe.

Unicredit wolle aus der noch drei Jahre laufenden Partnerschaft aussteigen und sei auf der Suche nach einem anderen Produktpartner aus dem Versicherungsbereich, heißt es innerhalb der Ergo. Theodor Weimer (56), Unicredit-Deutschland-Chef, ist bereits aus dem Aufsichtsrat der Ergo ausgeschieden und soll durch Herbert Walter (63), bis zur Fusion mit der Commerzbank Nummer eins der Dresdner Bank, abgelöst werden. Das Unternehmen selbst wollte dazu keine offizielle Stellungnahme abgeben.

Auch beim Personalabbau muss sich Konzernchef Rieß in Geduld üben. Die Anfang Juni verkündete Streichung von 2300 Vollzeitstellen kann frühestens Anfang 2018 beginnen. Erst ab diesem Zeitpunkt dürfen Kündigungen ausgesprochen werden. Die Betroffenen sollen weitere 12 Monate in einer Transfergesellschaft aufgefangen werden. Dies sieht der zwischen der Ergo und den Arbeitnehmervertretern ausgehandelte Interessensausgleich für die Mitarbeiter der Ergo-Vertriebe vor, die den Großteil des Personalabbaus tragen müssen. Die Verhandlungen für die übrigen Konzernteile sollen in den kommenden Wochen abgeschlossen werden.

Autor: Dietmar Palan
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