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manager magazin 11/2014: Banken verdienen am Kursrutsch von Rocket Internet

Börsengänge der Samwer-Firmen Home24 und Westwing vorerst gestoppt

Die Beraterbanken von Rocket Internet verdienen voraussichtlich mehr als zehn Millionen Euro am Kursrückgang nach dem Börsengang. Dadurch dürften die Gesamteinnahmen für das Konsortium um Berenberg, J. P. Morgan und Morgan Stanley noch über die im Prospekt genannte Maximalgebühr von 47 Millionen Euro steigen, berichtet das manager magazin (Erscheinungstermin: 24. Oktober). Die weiteren Konsortiumsmitglieder sind Bank of America Merrill Lynch, Citigroup und UBS. Rocket Internet war am 2. Oktober an der Frankfurter Börse gestartet und hat zum Ausgabepreis von 42,50 Euro pro Aktie mehr als 1,4 Milliarden Euro von Anlegern eingesammelt.

Für Anleger war der Börsengang wegen des Kursverlusts bislang ein schlechtes Geschäft, nicht so jedoch für die Banken: Denn sie verdienen nicht nur durch die zur Hälfte erfolgsabhängigen Gebühren. Fällt der Aktienkurs eines Börsenneulings unter den Ausgabekurs, kaufen die Banken bis zu 15 Prozent der Aktien am Markt zurück, die sogenannte Mehrzuteilungsoption (Greenshoe). Die zuvor von Alteigentümern geliehenen Aktien geben sie zurück, aber die Differenz zum Ausgabepreis behalten die Banken. Das rechnet sich: Sobald die Banken Rocket-Aktien zu 40 Euro kaufen, bleiben 2,50 Euro pro Aktie als Gewinn für sie. Bei 4,9 Millionen Greenshoe-Aktien macht das 12 Millionen Euro Zuverdienst. Die Zusatzeinnahmen könnten noch deutlich höher sein, denn der durchschnittliche Börsenkurs der ersten zwölf Handelstage betrug nur knapp 38 Euro. Diese Mehreinnahmen werden nach den Platzierungsanteilen im Konsortium verteilt. Banken und Unternehmen wollten sich nicht dazu äußern.

Für Rocket Internet ist der schwache Start mehr als ein Imageschaden und hat Folgen für die Finanzierungsstrategie. Die angestrebten Börsengänge für Home24 und Westwing sind gestoppt, bis sich der Aktienkurs wieder über dem Ausgabepreis befindet, erfuhr manager magazin von mit den Finanzen des Unternehmens vertrauten Personen.

Autor: Mark Böschen
Telefon: 0 40/30 80 05-74
Autorin: Astrid Maier
Telefon: 0 40/30 80 05-97

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