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manager magazin 11/2014: Lehman-Abwickler Alvarez & Marsal hilft Deutscher Bank

Aufsichtsrat engagiert US-Berater für Skandalaufarbeitung // Bafin ermittelt auch wegen Organisationsversagen // Weber-Rey vor Abflug

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank hat mit Alvarez & Marsal ein weiteres Beraterunternehmen beauftragt, um die Skandale der Vergangenheit aufzuklären. Die Forensiker der Consultingfirma, bekannt wegen der Abwicklung der US-Pleitebank Lehman Brothers, prüfen die Vorlagen, die dem Aufsichtsrat von der Compliance-Abteilung des Konzerns vorgelegt werden, auf Plausibilität durch. Das berichtet manager magazin in seiner neuen Ausgabe (Erscheinungstermin: 24. Oktober). Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hatte den Kontrolleuren vorgeworfen, bei der Skandalaufarbeitung zu lax gegenüber dem eigenen Management gewesen zu sein.

Wie aus internen Dokumenten hervorgeht, durchleuchtet die Bafin, deren Vertreter regelmäßig an Aufsichtsratssitzungen teilnehmen, im Rahmen ihrer Sonderprüfungen die Bank auch auf ordnungsgemäße Geschäftsorganisation. Sollten die Aufseher sogenanntes Organisationsversagen feststellen, könnte die Behörde auf Grundlage des Kreditwesengesetzes (KWG) im Extremfall einzelne Vorstände oder Aufsichtsräte abberufen. Weder die Deutsche Bank noch die Bafin wollten zu den Ermittlungen Stellung nehmen.

Einen prominenten Abgang wird die Bank voraussichtlich auch so hinnehmen müssen: Governance-Chefin Daniela Weber-Rey (56) soll intern ihren Rückzug für 2015 angekündigt haben. Die ehrgeizige Starjuristin hatte sich Hoffnungen auf einen Platz im Vorstand oder dem Gremium darunter, dem Group Executive Committee, gemacht, war aber mehrfach übergangen worden. Die Deutsche Bank will die Information nicht kommentieren.

Autor: Tim Bartz
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