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manager magazin 11/2014: Siemens will erst ab 2018 schneller wachsen als die Konkurrenz

Grund sind die langen Innovationszyklen / Sparkurs könnte in den nächsten Jahren bis zu 10 000 Stellen kosten

Europas größter Industriekonzern Siemens traut sich erst ab 2018 zu, schneller zuzulegen als die Konkurrenz. "Die Wachstumsziele der ‚Vision 2020‘ sind so angelegt, dass wir ab 2018 schneller als die Wettbewerber wachsen können", sagte Joe Kaeser dem manager magazin in seiner am 24. Oktober erscheinenden Ausgabe.

Dass sich die positive Wirkung des im Mai 2014 verkündeten Unternehmenskonzepts "Vision 2020" so lange hinzieht, begründete Kaeser mit Siemens’ langen Innovationszyklen. Bei vielen Siemens-Produkten wie Gas- und Windturbinen, Umrichterstationen und Zügen dauert die Entwicklung neuer Produktgenerationen viele Jahre.

Gleichzeitig bleibt der Konzern auf Sparkurs. In Siemens-Kreisen wird damit gerechnet, dass in den nächsten Jahren nochmals bis zu 10 000 Stellen gestrichen werden, so das manager magazin weiter. Der Konzern hatte erst in seinem 2012 angekündigten Sparprogamm "Siemens 2014" den Abbau von 15 000 Arbeitsplätzen per September 2014 avisiert.

Die neuerliche Kürzung ergibt sich zum einen aus der Straffung der Schlüsselfunktionen wie Personal oder Kommunikation, der Siemens-Kreisen zufolge um die 6000 Arbeitsplätze zum Opfer fallen werden. Der Konzern hatte angekündigt, damit bis 2016 eine Milliarde Euro zu sparen.

Zum anderen werde der Konzern in diversen Bereichen, deren Umsätze und Margen schwächelten, neue Sparrunden einleiten, heißt es in Siemens-Kreisen. Die 1200 Arbeitsplätze in der Kraftwerkstechnik, deren Abbau Siemens vergangene Woche im Wirtschaftsausschuss besprach, seien erst der Anfang.

Ein Siemens-Sprecher wollte dies nicht kommentieren. Es sei zu früh, konkrete Abbauzahlen zu nennen, sagte er.

Autorin: Angela Maier
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