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manager magazin 2/2016: BASF-Chefkontrolleur Hambrecht kritisiert deutsche Politik

Krach in Europa ist "Gift für die Arbeitsplätze"

Vor einem Auseinanderbrechen der Europäischen Union (EU) angesichts der Flüchtlingskrise hat einer der einflussreichsten Manager Deutschlands, der Aufsichtsratsvorsitzende des Chemiekonzerns BASF, Jürgen Hambrecht (69), gewarnt. "In der Wirtschaft macht sich über diese Entwicklung tiefe Sorge breit", schrieb Hambrecht in einem Gastbeitrag für das aktuelle manager magazin (seit 22. Januar am Kiosk). Man wisse nur allzu gut, dass nationale Kleinstaaterei zu wirtschaftlicher Instabilität und politischem Bedeutungsverlust führten, so der Wirtschaftsführer weiter. "Beides ist Gift für die Arbeitsplätze und die Wettbewerbsfähigkeit."

Hambrecht, der sich politisch zur FDP bekennt, kontrolliert als Aufsichtsrat unter anderem Daimler und ist im Gesellschafterrat von Bosch.

Der Verdruss auf Brüssel, der sich am Erstarken rechtsnationaler Parteien wie der deutschen AfD, dem französischen Front National oder der PiS in Polen zeige, führt Hambrecht auf "wiederholtes Versagen" zurück. Zu lange habe die EU das Flüchtlingsproblem ihren Mitgliedsländern im Süden überlassen. Auch in der Schuldenkrise mache die Gemeinschaft keine gute Figur. Hambrecht kritisierte speziell die deutsche Politik. "Unsere Alleingänge beim Atomausstieg und in der Flüchtlingsfrage waren es, die in Europa den Eindruck hinterlassen haben, Deutschland setze sich im Zweifel darüber hinweg, was seine Nachbarn denken."

Hambrecht fordert statt einer Renationalisierung nun neue Kompetenzen für die EU. Notwendig sei etwa eine europäische Einwanderungsbehörde nach dem Vorbild der USA. Erforderlich sei auch eine gemeinsame europäische Wirtschafts- und Industriepolitik mit einheitlichen Rahmenbedingungen. Außerdem mache die Freizügigkeit innerhalb des Schengen-Raums "eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik zwingend notwendig". Derzeit hänge die Außensicherung der Grenzen vom Vermögen oder Unvermögen einzelner Mitglieder ab. Das dürfe nicht sein.

Autor: Martin Noé
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