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manager magazin 3/2018: Cerberus und J. C. Flowers vor Zuschlag für HSH Nordbank

Investoren bieten rund eine Milliarde Euro für Staatsbank / Planung sieht kräftigen Gewinnanstieg und Stellenabbau vor

Die Finanzinvestoren Cerberus und J. C. Flowers stehen unmittelbar vor dem Kauf der HSH Nordbank. Eine entsprechende informelle Einigung mit den Mehrheitseignern, den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein, habe es bereits vor Wochen gegeben, berichtet das manager magazin in seiner März-Ausgabe (Erscheinungstermin: 16. Februar). Als Kaufpreis sei kurz vor Abschluss der Endverhandlungen rund eine Milliarde Euro für die komplette Bank samt sämtlicher noch ausfallgefährdeter Kredite in der Diskussion gewesen.

Eine erfolgreiche Privatisierung könnte den Druck auch auf andere Länder erhöhen, ihre staatseigenen Banken zu verkaufen. Als mögliche Kandidaten gelten dafür etwa die NordLB aus Hannover und die BayernLB.

HSH-Vorstandschef Stefan Ermisch hat seine Bank in den vergangenen Wochen bereits auf den Umbau nach der Privatisierung vorbereitet. Bereits im Dezember stellte er Führungskräften Planzahlen für die Zeit bis in das Jahr 2022 vor. Der Vorsteuergewinn soll von rund 300 Millionen Euro im gerade abgelaufenen Jahr auf rund 446 Millionen Euro im Jahr 2022 steigen, die Bilanzsumme dagegen von derzeit gut 74 Milliarden Euro auf nur noch gut 55 Milliarden Euro sinken. Auch für die Zahl der Beschäftigten gibt es nach Informationen des manager magazins bereits Planungen: Sie soll von derzeit noch rund 1900 auf nur noch rund 1300 sinken. Ermisch selbst werden gute Chancen eingeräumt, die Bank auch weiterhin zu führen.

Autor: Sven Oliver Clausen
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