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manager magazin 4/2014: Ex-Lanxess-Chef Heitmann verzichtet auf 8,5 Millionen Euro Abfindung

Dax-Unternehmen wirft Heitmann vor, 400 000 Euro für den Umbau seines Hamburger Privathauses unberechtigterweise auf Firmenkosten abgerechnet zu haben/Früherer Konzernchef weist Anschuldigungen zurück

Axel Heitmann, langjähriger Chef des Kölner Chemiekonzerns Lanxess, verzichtet nach seinem Ende Januar erfolgten Abgang auf eine Abfindung in Höhe von rund 8,5 Millionen Euro. Dies hat Heitmann auf Anfrage des manager magazins bestätigt (Erscheinungstermin: 21. März 2014).

Hintergrund des Verzichts ist eine Auseinandersetzung über sicherheitsrelevante Umbaumaßnahmen an Heitmanns Hamburger Privathaus. Dabei soll der einstige Konzernchef Mehrkosten von 400 000 Euro unberechtigterweise auf Lanxess-Kosten abgerechnet haben. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten Anwaltskanzlei Hengeler Mueller im Auftrag des Unternehmens. Heitmann hat danach seinem Arbeitgeber nicht nur den auf die Sicherheitsausstattung entfallenden Anteil der Umbaumaßnahmen in Rechnung gestellt, sondern die Gesamtkosten für den Einbau von Fenstern und Türen. Darüber hinaus halten die Hengeler-Mueller-Juristen Heitmann vor, den strittigen Betrag "unter Verstoß gegen die geltende Unternehmensrichtlinie" selbst angewiesen und den Aufsichtsrat nicht mit "der Prüfung und Entscheidung der Erforderlichkeit und des Umfangs des Aufwandersatzes“ beauftragt zu haben. Im Gutachten selbst ist im Zusammenhang mit den Vorwürfen von einer möglichen groben Pflichtverletzung Heitmanns die Rede.

Heitmann wies in einer vom 17. Februar datierten schriftlichen Erklärung gegenüber dem Aufsichtsrat sämtliche Vorwürfe als "unhaltbar" zurück. Er habe Lanxess lediglich Sonderkosten in Rechnung gestellt, und er habe die Zahlung auch selbst anweisen dürfen. Heitmann stellt sich auf den Standpunkt, dass er sich weder ein zivil- noch ein strafrechtliches Fehlverhalten vorwerfen lassen muss und verweist dabei auf zwei von ihm in Auftrag gegebene Gutachten. Das eine stammt vom ehemaligen White-&-Case-Partner Axel Bauer, das zweite von der Kanzlei Feigen Graf, die auch Uli Hoeneß vertrat.

Dennoch verzichtete Heitmann am 20. Februar auf die Abfindungssumme von rund 8,5 Millionen Euro, weil er um seine Reputation und seine weitere berufliche Laufbahn gefürchtet habe. Zum Verzicht auf seine Ansprüche sei er quasi genötigt worden. Seiner Darstellung zur Folge hat ihm der Leiter der Lanxess-Rechtsabteilung am 20. Februar zu verstehen gegeben, dass andernfalls die Aufhebungsvereinbarung von Ende Januar hinfällig und er mit einer fristlosen Kündigung durch den Aufsichtsrat zu rechnen habe.

Autor: Thomas Werres

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Hamburg, 20. März 2014

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