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manager magazin 4/2016: Deutsche-Börse-Chef warnt vor Scheitern der Fusion mit London

Carsten Kengeter hält den Frankfurter Dax-Konzern auf Dauer eigenständig kaum für überlebensfähig / Sorge vor Dominanz der Amerikaner

Der Chef der Deutsche Börse AG, Carsten Kengeter, ist skeptisch, dass der Dax-Konzern dauerhaft eigenständig überleben kann, falls die angestrebte Fusion mit der London Stock Exchange (LSE) scheitern sollte. „Die Uhr tickt in Europa nicht nur für die LSE, sondern auch für uns. Wenn wir uns nicht schnell verstärken, dann wird das Unternehmen irgendwann so schwach sein, dass es nicht mehr agieren, sondern nur noch reagieren kann“, sagte Kengeter im Interview mit dem manager magazin (Erscheinungstermin: 18. März).

Die Deutsche Börse sei im Verhältnis zu den großen amerikanischen und chinesischen Wettbewerbern so weit zurückgefallen, dass sie dringend handeln müsse. „Ansonsten können wir unsere hoheitliche Aufgabe, den Zugang zu den Kapitalmärkten für die deutsche Wirtschaft zu gewährleisten, bald schon nicht mehr erfüllen. Vom Gewinnauftrag unserer Aktionäre ganz zu schweigen“, sagte Kengeter weiter.

Deutsche Börse und LSE wollen sich zu Europas größtem Marktplatzbetreiber zusammenschließen; Aktionäre und Aufseher müssen dem Deal noch zustimmen. Geführt von Kengeter, soll die Superbörse ihren rechtlichen Sitz in London und Hauptsitze ebendort sowie in Frankfurt haben. Gelingt der Aktienumtausch wie geplant, werden die jetzigen Eigentümer der Deutschen Börse 54,4 Prozent an dem neuen Unternehmen halten.

Scheitert die Fusion mit London, fürchtet Kengeter den Ausverkauf der Börsenlandschaft in Europa. „Wenn dieser Zusammenschluss nicht zustande kommt, wird die europäische Kapitalmarktarchitektur wahrscheinlich bald in amerikanischen Händen liegen. Und ich muss nicht Chef der Deutschen Börse sein, damit mir bei diesem Gedanken schummrig wird.“

Autor: Tim Bartz
Telefon: 0 69/97 20 00-19

Hamburg, 16. März 2016

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