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manager magazin 5/2015: Formel 1: Luca di Montezemolo fordert Reform

Ex-Ferrari-Chef: Ohne schnelle Investitionen wird es „wirklich gefährlich“

Der ehemalige Ferrari-Chef Luca di Montezemolo fordert eine Reform der Formel 1. „Die Eigentümer müssen investieren, sie müssen klare Prioritäten setzen, und sie müssen ein Management engagieren, das sich voll auf die neuen Ziele konzentriert“, sagte di Montezemolo dem manager magazin in einem Interview (Erscheinungstermin: 24. April). Die Formel 1 benötige einen „klaren Plan, eine Strategie 2020“. Dazu müsse man auch die wichtigsten Stakeholder mit ins Boot holen und „gemeinsam mit ihnen unter anderem die Kosten massiv senken“. Dazu gehörten unter anderem Fernsehsender und die Veranstalter der Rennen.

Die Formel 1 hatte in den letzten Jahren an den Strecken und vor allem bei den Fernsehübertragungen massiv Zuschauer verloren. Das Caterham-Team war vor der aktuellen Saison wegen Finanzproblemen ausgestiegen. Etliche andere Teams schreiben ebenfalls hohe Verluste. Das manager magazin berichtet in seiner aktuellen Titelgeschichte ausführlich über die Probleme der Formel 1.

Die Formel-1-Holding Delta Topco wird geführt von Bernie Ecclestone. Der 84-jährige CEO sollte im Amt bleiben, sagte di Montezemolo. „Aber er benötigt Topleute neben sich, Experten etwa für Finanzen, für Marketing und die Digitalwelt.“ Unter anderem müsse ein solches Managementteam „aufpassen, dass Deutschland als einer der Kernmärkte nicht verloren geht“.

Di Montezemolo war bis zum vergangenen Herbst Vorstandschef von Ferrari. Er führte das Unternehmen 23 Jahre lang und gewann in dieser Zeit 14 Formel-1-Weltmeistertitel. Im mm-Interview forderte er, „Formel-1-Hauptaktionär CVC muss jetzt entscheiden: Will er verkaufen oder nicht?“ Falls CVC nicht aussteige, „müssen sie ihre Geschäftsphilosophie ändern“, sagte di Montezemolo. Dann müsse CVC zügig investieren: „Sonst wird es wirklich gefährlich für die Formel 1.“

CVC hält rund 35 Prozent der Formel-1-Anteile. Insgesamt sind deutlich mehr als die Hälfte der Aktien in Besitz von Finanzinvestoren. Die Fonds haben die Schulden der Holding auf rund 3,5 Milliarden Euro erhöht. Das Geld floss unter anderem in zwei üppige Sonderdividenden. Beide Ausschüttungen, einmal 1,2 Milliarden Dollar 2012 und einmal eine Milliarde Dollar 2014, waren kreditfinanziert.

Autor: Michael Freitag
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