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manager magazin 6/2015: Edeka will 249 Millionen Euro Kaufpreis für Kaiser’s/Tengelmann zahlen

Bei einer Übernahme verlören viele der 16 000 Beschäftigten ihre Jobs – Edeka plant bis zu 194 Millionen Euro Restrukturierungskosten ein

Edeka hat mit den Eigentümern der Supermarktkette Kaiser’s/Tengelmann die Zahlung eines Kaufpreises von 249 Millionen Euro vereinbart. Das berichtet das manager magazin in seiner Juni-Ausgabe (Erscheinungstermin: 22. Mai). Die Überweisung an die Mülheimer Familie Haub wird fällig, falls die vom Bundeskartellamt untersagte Übernahme doch noch genehmigt wird – entweder durch eine Ende April beantragte Ministererlaubnis oder per Gerichtsentscheid.

Der Unternehmer Karl-Erivan Haub hatte angekündigt, dass die seit 15 Jahren Verluste schreibende Kette Kaiser’s/Tengelmann abgewickelt und 16 000 Beschäftigte ihre Jobs verlieren würden, falls der Deal nicht zustande käme. Doch auch im Fall einer Übernahme durch Edeka werden nach Angaben von manager magazin bei Weitem nicht alle Arbeitsplätze erhalten bleiben. Edeka hat bis zu 194 Millionen Euro an Restrukturierungskosten eingeplant – also Mittel für die Aufgabe von Standorten und Sozialpläne.

Längst nicht alle der 451 Kaiser's/Tengelmann-Geschäfte sind zur Weiterführung als Supermärkte durch selbstständige Edeka-Händler geeignet. Bis zu 100 Läden werden vermutlich an die Edeka-Tochter Netto Marken-Discount weitergegeben, die in ihren Filialen nur etwa halb so viele Mitarbeiter wie Kaiser’s/Tengelmann beschäftigt. Zudem plant Edeka laut manager magazin die Schließung der Tengelmann-eigenen Fleischwerke und Logistikzentren sowie der Mülheimer Hauptverwaltung mit zusammen mehr als 1000 Beschäftigten. Edeka wollte sich zu möglichen Schließungen nicht äußern.

Autor: Sören Jensen
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