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manager magazin 6/2015: Griechenland: Ausgerechnet deutsche Beratung soll helfen

Goetz Partners unterstützt Ministerpräsident Tsipras bei Kreditgesprächen in Brüssel / Das Problem: es gibt bislang keinen unterschriebenen Vertrag

Die griechische Regierung lässt sich bei ihren Kreditgesprächen mit den internationalen Finanzinstitutionen ausgerechnet von einer deutschen Unternehmensberatung unterstützen. Die Münchener Gesellschaft Goetz Partners berate Ministerpräsident Alexis Tsipras und Finanzminister Gianis Varoufakis, berichtet das manager magazin in seiner neuesten Ausgabe (Erscheinungstermin: 22. Mai). Allein mit Premier Tsipras hätten die Berater seit ihrer Beauftragung Mitte April rund 12 Stunden diskutiert, heißt es in Verhandlungskreisen. Die Goetz-Leute seien auch bei den Gesprächen in Brüssel im Hintergrund immer beteiligt.

Die griechische Regierung verhandelt aktuell mit Vertretern von EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds über die Freigabe von 7,2 Milliarden Euro aus einem laufenden Rettungsprogramm. Bislang sind sich die Parteien jedoch nicht einig. Insbesondere die Bundesregierung in Berlin hat immer wieder größere Spar- und Reformbemühungen von Tsipras gefordert.

Das Verhältnis zwischen Griechenland und Goetz Partners sei indes noch nicht endgültig geklärt, berichtet manager magazin. Es gebe weder einen gültigen Vertrag, noch sei die Beratungsgesellschaft bislang bezahlt worden, heißt es in Verhandlungskreisen. Die Münchener müssten sich bislang auf eine am 21. April von Vizepremier Giannis Dragasakis unterschriebene Auftragsbestätigung verlassen. Für Goetz geht es um ein großes Mandat. Ein Vertragsentwurf sieht vor, dass die Deutschen Griechenland auch bei einem „New Deal“ beraten sollen, einem groß angelegten Reformprogramm für die griechische Wirtschaft. Voraussetzung ist allerdings, dass Griechenland die letzte Kredittranche ausgezahlt bekommt.

Autor: Michael Freitag
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