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manager magazin 6/2016: „Unser Anspruch ist ein Aufstieg in den Dax“

Nach dem jüngsten Zukauf strebt der Spezialchemiekonzern Evonik in die Top-Börsenliga

Der Spezialchemiekonzern Evonik will in den kommenden zwei Jahren in den Dax-30 aufsteigen. Das erklärte Vorstandschef Klaus Engel in der neuen Ausgabe des manager magazins (Erscheinungstermin: 27. Mai). „Unser Anspruch ist ein Aufstieg in den Dax“, sagte Engel in einem exklusiven Doppelinterview mit seinem Stellvertreter Christian Kullmann, unmittelbar nach dem Zukauf von Teilen des US-Konzerns Air Products (für umgerechnet 3,5 Milliarden Euro). Derzeit gehört Evonik mit einer Marktkapitalisierung von gut 12 Milliarden Euro und einem Free-float von 32 Prozent dem M-Dax an.

Die Voraussetzung für einen Aufstieg in die Top-Börsenliga wäre allerdings, dass Evonik-Hauptaktionär RAG-Stiftung (68 Prozent), dessen Vorstand der frühere Bundeswirtschaftsminister und einstige Evonik-Chef Werner Müller anführt, sich von weiteren Anteilen trennt. „Wie ja alle wissen“, so Engel gegenüber manager magazin, habe auch die RAG-Stiftung „ein Interesse daran, ihr Portfolio umzuschichten und mehr zu diversifizieren“: „Herr Müller hätte daher wohl keine Probleme, zu einem anständigen Kurs weitere Evonik-Aktien abzugeben – zumal wenn uns das hilft, in den Dax zu kommen.“

Auf die Frage, ob der Dax-Aufstieg ein geeigneter Zeitpunkt sei für Engel, dessen Vertrag noch bis Ende 2018 läuft, abzutreten, sagte der Manager: „Schauen wir mal. Aber klar: Das wäre eine schöne Geschichte, für die es lohnt, sich noch mal richtig anzustrengen.“

Engel räumte ein, in der Vergangenheit im Umgang mit dem Kapitalmarkt nicht besonders glücklich agiert zu haben. Die Aktie liegt heute mit rund 26 Euro deutlich unter dem Emissionskurs von 33 Euro vom April 2013. Auch wurden die Analysten zuletzt auf das gegenüber 2015 schwächere Geschäftsjahr 2016 schlecht vorbereitet, sodass der Kurs um 12 Prozent einbrach. Engel: „Wir haben hier Fehler gemacht. Zukünftig werden wir das, was wir machen, besser erklären.“ Der Emissionskurs, so Engel, sei damals auch deshalb so hoch gewesen, „weil er unserem zweiten Großaktionär CVC einen schönen Ausstieg ermöglichte“. Der Finanzinvestor hat sich mittlerweile von sämtlichen Evonik-Anteilen getrennt.

Autor: Dietmar Student
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