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manager magazin 7/2014: "Parallelen zur Bankenkrise"

Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group sieht drastische Folgen der Energiewende

Die Krise in der deutschen Stromerzeugung werde andauern und zu einer Konsolidierung der Energiekonzerne führen. Zu diesem Schluss kommt die Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) in einer Studie, über die das manager magazin in seiner neuen Ausgabe (Erscheinungstag: 20. Juni) berichtet. Zurzeit wird der Markt noch von einem Oligopol aus Eon, RWE, EnBW und Vattenfall beherrscht.

Die Consultants ziehen Bilanz über die Folgen der Energiewende und zeichnen ein teilweise drastisches Bild: Die Großhandelspreise werden danach auf niedrigem Niveau verharren, bei 3 bis 4 Cents pro Kilowattstunde. Das werde nicht nur die Gewinnmargen der Unternehmen weiter erodieren lassen, der Niedrigtarif biete auch auf längere Sicht keinen Anreiz zum Investieren. Bis 2023 lägen die Produktionskosten für alle wichtigen Stromerzeugungsarten, ob Windkraft, Braunkohle oder Erdgas, zum Teil deutlich über dem Großhandelspreis.

Auch was Subventionen für die Bereitstellung konventioneller Reservekraftwerke angeht (Stichwort: Kapazitätsmarkt), sind die Berater eher skeptisch. Kapazitätshilfen in großem Stil seien „unwahrscheinlich“. Die Ertragslage der Energiekonzerne werde sich in den nächsten Jahren auch deshalb nicht bessern, weil die Unternehmen es bislang versäumt hätten, „nennenswerte“ alternative Ertragsquellen zu erschließen.

Zur „Achillesferse“ der Energiewende wird laut BCG der Netzausbau. 40 Prozent der geplanten Projekte seien verschoben worden. Der Staat greife immer stärker in die Energiewirtschaft ein. Bis 2030 werden zwei Drittel der Stromerzeugungskapazität reguliert sein, derzeit liegt der Staatsanteil bei 50 Prozent. „Zahlreiche Parallelen zur Bankenkrise“ machen die Berater aus. Die Konzerne stünden vor einer „weitreichenden“ Restrukturierung. Konsolidierung und Eigentümerwechsel seien „unausweichlich“. Denkbar sei auch eine Rekommunalisierung. Die Kommunen seien „nicht der rauen Luft des Kapitalmarkts ausgesetzt“ und würden sich womöglich „mit niedrigeren Renditen“ zufriedengeben, so Philipp Gerbert, federführender Seniorpartner der Studie.

Autor: Dietmar Student
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