manager magazin

manager magazin 8/2015: Umstrittener Investorenbrief kostete BHF-Bank-Chef den Job

Aufsichtsrat wirft Ex-CEO Björn Robens Alleingang im Verkaufspoker um Skimarke Bogner vor / Weitreichende Kapital- und Kreditzusagen

Björn Robens (44), dem geschassten Ex-Vorstandssprecher der BHF-Bank, ist vor allem seine Rolle im Übernahmekampf um die Skisportmarke Bogner zum Verhängnis geworden. In einem Brief an Alexander Dibelius (55), damals noch in Diensten der mit dem Verkauf beauftragten US-Investmentbank Goldman Sachs, hatte Robens weitreichende Finanzierungszusagen im Namen der BHF gemacht, für die es keinen Vorstandsbeschluss gab. Das berichtet manager magazin, dem der Brief vorliegt, in seiner neuen Ausgabe (Erscheinungsdatum: 24. Juli).

Konkret ging es um eine Akquisitionsfinanzierung über 60 Millionen Euro sowie die Garantie, Eigenkapital nachzuschießen, sollte den Investoren das Geld ausgehen. Zum Investorenkonsortium, das letztlich nicht zum Zuge kam, weil Bogner den Verkauf abgeblasen hat, gehörten unter anderen Ex-Coty-Chef Bernd Beetz (64), Daimler-CEO Dieter Zetsche (62), Fußballweltmeister Philipp Lahm (31) sowie der chinesische Investor Fosun, der auch an der BHF beteiligt ist und eine enge Beziehung zu Robens pflegt.

In dem Schreiben an Dibelius treten Robens und Beetz als Vertreter der Investoren ("im Wesentlichen Kunden der BHF") auf. Kritisch ist vor allem die Eigenkapitalgarantie. Im Extremfall wären das jene 305 Millionen Euro gewesen, die Robens und Beetz in dem Brief vom 27. März als "Kaufpreisüberlegung" nennen. Ende 2014 belief sich das Eigenkapital der BHF auf 492 Millionen Euro.

Robens, der auf den unverbindlichen Charakter des Angebots sowie umfangreiche Rücktrittsrechte verweist, verteidigt den fehlenden Vorstandsbeschluss damit, dass der Bogner-Verkauf bereits weit fortgeschritten und daher Eile geboten gewesen sei. Zudem hätten Hausjuristen sowie Anwälte der Kanzlei Noerr die Offerte abgenickt. Seine Vorstandskollegen und der Aufsichtsrat hätten von dem Vorgang gewusst.

Dem widerspricht der Aufsichtsrat, der Robens am 16. Juni seines Amtes enthoben hatte: Er sei mitnichten informiert gewesen; die Kapitalgarantie hätte Robens ohne vorherige Genehmigung nicht geben dürfen. Das Gremium prüft nun, ob Robens seine Amtspflichten verletzt hat.
Autor: Tim Bartz
Telefon: 069 972000-19

Frankfurt, 23. Juli 2015

manager magazin
Chefredaktion
Kirsten Krokowski
Telefon: 040 308005-83
E-Mail: kirsten_krokowski@manager-magazin.de

Weitere Pressemeldungen

Die gemeinsame Plattform verbindet mehr publizistische Tiefe mit moderner Technik und nutzerfreundlichem Design
Mehr lesen
Morgen erscheint das große Ferienheft mit vielen Anregungen zum Spielen, Rätseln und Basteln.
Mehr lesen