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manager magazin 9/2015: ABB-Chef Spiesshofer kündigt weiteren Stellenabbau an

Vorstandschef wertet Einstieg von Cevian als Bestätigung seiner Schlankheitskur: "Wir geben an vielen Stellen Gas."

Der Schweizer Industriekonzern ABB wird im laufenden Konzernumbau noch mehr Stellen abbauen. "Wir haben jetzt 1500 Mitarbeiter weniger an Bord als zu Jahresbeginn, und wir werden die natürliche Fluktuation weiter nutzen", sagte ABB-Chef Ulrich Spiesshofer im Interview mit dem manager magazin, das ab 21. August im Handel ist.

Die Beschäftigtenzahl des Ausrüsters für die Strombranche und die Industrie ist schon seit Spiesshofers Wechsel an die Konzernspitze im September 2013 von knapp 150 000 auf 140 000 geschrumpft, vor allem durch Verkäufe von Randgeschäften. Zudem startete Spiesshofer vergangenen Herbst unter dem Titel „Next Level Strategie“ einen Konzernumbau, um ABB zu verschlanken und Doppel- und Mehrfachstrukturen abzuschaffen.

Damit konnte Spiesshofer aber nicht verhindern, dass der ABB-Aktienkurs auch seither hinter der Kursentwicklung großer Rivalen wie General Electric und Siemens zurückbleibt und im Juni der aktivistische Investor Cevian ein Aktienpaket von mehr als 5 Prozent aufkaufte. Cevian ist bekannt dafür, langfristig bei Unternehmen tiefgreifende Veränderungen durchzusetzen.

Spiesshofer wertete Cevians Einstieg dennoch als Bestätigung seiner Strategie: „Der Investor könnte doch auch deshalb einsteigen, weil er glaubt, dass das Unternehmen jetzt richtig loslegt. Wir geben an vielen Stellen Gas.“ Der Druck auf das Management sei nicht gestiegen, sondern "völlig unverändert".

Eine Zerschlagung in einen Energie- und einen Industrieteil, wie etwa der Investmentchef des Finanzkonzerns Nordea, Mathias Leijon, gefordert hat, lehnt Spiesshofer ab. Stattdessen will er quer durch den Konzern die "kundenorientierte Zusammenarbeit hochfahren, über eine gemeinsame Plattform auf der Kostenseite echten Mehrwert schaffen und bei Forschung und Entwicklung Synergien heben". Im Konzern sei "in der Vergangenheit nicht bestmöglich zusammengearbeitet" worden.

Autorin: Angela Maier
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