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manager magazin Online: Millionenverluste für Anleger eines Immobilienfonds der Firma Fundus

Finanzierende Banken verlangen Rückzahlung von Krediten / Gebäude massiv
abgewertet

– Den gut 1000 Anlegern des geschlossenen
Immobilienfonds Nr. 29 des Dürener Initiators Fundus drohen Millionenverluste.
Die kreditgebenden Geldhäuser des hochverschuldeten Fonds, die Aareal Bank und
die Westdeutsche Immobilienbank, haben nach Informationen von
manager-magazin.de die Geschäftsführung des Fonds schriftlich aufgefordert, die
Darlehen in Höhe von fast 25 Millionen Euro bis 31. März 2006 zurück zu zahlen,
wenn keine zusätzlichen Sicherheiten gestellt werden. Dem Fonds, dem das Büro-
und Geschäftshaus Gutenberg-Galerie in Leipzig gehört, droht nun nach Ansicht
von Branchenexperten das Aus, schreibt manager-magazin.de weiter. Die Anleger
könnten womöglich ihre gesamten Einlagen in Höhe von gut 56 Millionen Euro
verlieren.

Grund für den Vorstoß der Banken dürfte eine Neubewertung der Immobilie im
Zentrum Leipzigs gewesen sein. In der Fonds-Bilanz für das Jahr 2004 ist die
nur zu knapp 60 Prozent vermietete Gutenberg-Galerie nur noch mit 22,3
Millionen Euro bewertet – ursprüngliche Investitionssumme des Fonds: über 78
Millionen Euro. Den Krediten stehen damit nicht mehr ausreichend Sicherheiten
gegenüber. Gelingt es dem Management nicht, einen neuen Kreditvertrag
abzuschließen, wird der Fonds seine Immobilien wohl verkaufen müssen. Bislang
jedoch gäbe es noch keine Verhandlungen mit anderen Banken über neue Darlehen,
heißt es bei der Firma Fundus, die auch das Berliner Fünf-Sterne-Hotel Adlon
und das Luxus-Ferienresort Heiligendamm an der Ostsee über geschlossene Fonds
finanziert hat.

„Sollte es zum Verkauf der Gutenberg-Galerie kommen, dürfte der Erlös weit
niedriger ausfallen als die Summe der Fondseinlagen“, sagt Nadja Kaiser,
Rechtsanwältin bei der Kanzlei PWB in Jena, die zahlreiche Fondszeichner berät.
„Die Anleger werden ihren Einsatz im schlimmsten Fall komplett verlieren“,
warnt die Juristin. Aus dem Hause Fundus hieß es, der Fonds sei in seinem
Bestand nicht gefährdet.

Fundus, die Fondsfirma des umstrittenen Immobilienmoguls Anno August Jagdfeld,
hatte den Fonds 1994 aufgelegt. Die erzielten Mieteinnahmen reichen bereits
seit Jahren nicht aus, um die laufenden Kosten einschließlich Zins- und
Tilgungszahlungen zu decken. Die Anleger haben seit Gründung des Fonds nie eine
Ausschüttung erhalten.

Erst kürzlich musste ein anderer Fundus-Fonds unter ähnlichen Umständen seine
Immobilie, das Bürohaus „Pyramide“ in Berlin-Marzahn, mit Verlust verkaufen.
Zahlreiche Anleger haben Fundus auf Schadenersatz verklagt. Ein erstes
Verfahren hat Anfang des Monats vor dem Landgericht Aachen begonnen.
Fundus-Chef Jagdfeld bestreitet jegliche Verantwortung für das Debakel.

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