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manager magazin online: Oligarch Lebedew fordert 675 Millionen Euro von RWE

Russischer Oligarch erhebt Schadensersatzklage nach geplatztem Deal in Russland

Dem RWE-Konzern droht eine teure juristische Auseinandersetzung. Die russische Sintez-Gruppe hat den deutschen Stromkonzern vor dem Landgericht Essen auf 675 Millionen Euro Schadensersatz verklagt. Das berichtet manager magazin online.

Sintez, ein Mischkonzern aus St. Petersburg im Besitz des Oligarchen Leonid Lebedew, hat die Klage bereits Ende 2011 eingereicht. Sie richtet sich gesamtschuldnerisch gegen RWE und gegen Vorstandschef Jürgen Großmann. RWE und Sintez hatten im März 2008 ein Gemeinschaftsunternehmen gebildet, um den zur Privatisierung anstehenden russischen Stromversorger TGK-2 zu erwerben. Sintez bekam auch den Zuschlag, anschließend konnten sich die beiden Partner jedoch nicht darüber einigen, zu welchem Preis RWE einsteigen sollte.

Im September, ein halbes Jahr nach dem Erwerb von TGK-2, brach RWE die Verhandlungen schließlich ab. Lebedews Versuch, RWE durch eine Klage vor einem Londoner Schiedsgericht zurück an den Verhandlungstisch zu zwingen, scheiterte. Jetzt versucht Lebedew einen neuen Anlauf. Seine Anwälte wollen beweisen, dass RWE und Großmann ihren Partner in dem monatelangen Verhandlungsmarathon mehrfach hintergangen und schließlich im Stich gelassen hätten. Deshalb fordern sie Schadensersatz. Ohne den Partner RWE im Rücken, so ihr Argument, hätte Sintez TGK-2 schließlich nie gekauft.

Lebedew, dessen Firmengruppe vergangenes Jahr knapp 800 Millionen Euro Jahresumsatz erzielte, fühlt sich auch persönlich von Großmann getäuscht. In internen RWE-Dokumenten, die im Rahmen des Londoner Schiedsverfahrens auftauchten, bezeichnete der RWE-Chef die Russen nicht nur als "Steigbügelhalter" und "Handlanger". Großmann bat sogar seinen Duzfreund, Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder um Unterstützung. Der "liebe Gerd" möge doch helfen, "sanften Druck auf Herrn Lebedew" auszuüben, heißt es dort.

RWE möchte sich zu der Causa nicht äußern. Bis Ende September hat der Konzern Zeit für eine Klageerwiderung. Eine Anspruchsgrundlage sehen die Essener offenbar nicht; sie dürften sich darauf berufen, dass Lebedew mit seinem Ansinnen schon in London scheiterte.

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