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Pischetsrieder: Konzerninteresse vor Markeninteresse

manager-magazin-Interview mit dem neuen VW-Konzernchef

Der neue VW-Chef Bernd Pischetsrieder will das Konzernergebnis stärker in den Vordergrund rücken und das Unternehmen zentraler lenken als sein Vorgänger Ferdinand Piëch. Künftig gehe Konzerninteresse vor Markeninteresse, sagte Pischetsrieder dem Hamburger manager magazin (Erscheinungstermin: 26. April 2002).

Der interne Wettbewerb soll sich nicht länger auf den potenziell gleichen Kunden beziehen. So werde die Audi-Gruppe mit Seat und Lamborghini in zwei Jahren ein komplementäres Modellprogramm sportlicher Fahrzeuge zu Preisen zwischen 15 000 und 200 000 Euro bieten. Mit Blick auf neue Modelle sagte Pischetsrieder, Audi arbeite an einem hochpreisigen Crossover, einer Mischung von Geländefahrzeug und Kombi. Seat bringe einen Roadster auf den Markt, der preislich deutlich unter dem Audi TT liege. Der Audi A3 werde weiterentwickelt, sodass er nicht mehr konzeptgleich mit dem Seat Leon sei. Auch für die VW-Gruppe mit den Marken Bentley, VW und Škoda räumte Pischetsrieder ein, dass es hier derzeit noch Überlappungen gebe, die bei einigen Modellen wenig sinnvoll seien.

Bei den Veränderungen sieht sich Pischetsrieder in Übereinstimmung mit seinem Vorgänger und neuen Aufsichtsratschef Piëch. "Auch er wusste, dass die alte Konzernstruktur weiterentwickelt werden muss", sagte Pischetsrieder.

An der Luxusmarkenstrategie seines Vorgängers will Pischetsrieder dagegen festhalten. Modelle wie der neue VW Phaeton würden zwar "gerade die Zinsen einfahren", langfristig könne jedoch die gesamte VW-Organisation von solchen Autos lernen.

Autor: Frank Scholtys
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