manager magazin

Maschmeyer will externe Geldgeber für Start-up-Investments gewinnen

Milliardär plant neuen Venture-Capital-Fonds mit Volumen von 100 Millionen Euro / Resonanz bei Investoren ist verhalten

Der Selfmademilliardär Carsten Maschmeyer will sein Geschäft mit Beteiligungen an jungen Gründerunternehmen für externe Geldgeber öffnen. Maschmeyer plane hierfür einen neuen Venture-Capital-Fonds namens Alstin II im Volumen von 100 Millionen Euro aufzulegen, schreibt das manager magazin in seiner neuen Ausgabe (Erscheinungstermin: 21. August) und beruft sich dabei auf Investorenkreise.

Der einstige Gründer des Finanzvertriebs AWD habe vor, rund 80 Millionen Euro von Geldgebern wie Versicherern, Pensionsfonds und reichen Familien einzuwerben, so das manager magazin. Bis zu 20 Millionen Euro will Maschmeyer selbst beisteuern, gemeinsam mit dem Management seiner Beteiligungsgesellschaft Alternative Strategic Investments (Alstin). Maschmeyer lehnte einen Kommentar ab.

In der Investorenbranche sind die Reaktionen auf Alstin II nach manager-magazin-Informationen verhalten. Diverse Family Offices hätten bereits abgewinkt; auch die Sendergruppe ProSiebenSat.1 werde sich voraussichtlich gegen eine Investition in Alstin II entscheiden, so das manager magazin. Ein ProSiebenSat.1-Sprecher wollte dies nicht kommentieren: „Wir evaluieren laufend Fonds im Markt, äußern uns aber nicht zu konkreten Gesprächen“, sagte er.

Maschmeyer hatte 2007 aus dem Verkauf der AWD etwa 600 Millionen Euro erlöst. Seit einigen Jahren investiert er kräftig in Firmenbeteiligungen, kaufte sich etwa bei der später insolventen Fahrradfirma Mifa ein. Seine Start-up-Beteiligungen zeigten eine gemischte Bilanz, schreibt das manager magazin. Mit den Pleiten des chinesischen Online-Musikdienstes 88TC88 und des Hausärzteportals Hausmed habe Maschmeyer knapp acht Millionen Euro verloren. Aus den Beteiligungen an der börsennotierten Biotech-Firma Biofrontera und der Wagniskapitalgesellschaft Mic AG resultierten weitere Millionenverluste.

Der Milliardär weist für seinen ersten Start-up-Fonds Alstin I, den er privat finanzierte, zwar eine interne jährliche Rendite von gut 25 Prozent aus. Diese basiert jedoch nur auf Bewertungen der Beteiligungen, nicht auf Verkäufen. Bislang konnte Alstin I laut manager magazin keine einzige Beteiligung mit Gewinn veräußern. Zudem sind bei Weitem nicht alle Investitionen von Carsten Maschmeyer in junge Gründerfirmen in Alstin I enthalten.

Autorin: Angela Maier
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