manager magazin

Middelhoff wehrt sich gegen Görg-Klage

Anwalt prüft Anzeige wegen Prozessbetruges gegen den Arcandor-Insolvenzverwalter / Beschwerde gegen Durchsuchung

Der Rechtsstreit um die Insolvenz des Handelskonzerns Arcandor verschärft sich.
Der bis 2009 amtierende Vorstandsvorsitzende Thomas Middelhoff wehrt sich gegen
eine Schadensersatzklage in Höhe von 175 Millionen Euro, die Insolvenzverwalter
Klaus Hubert Görg im vergangenen Sommer gegen Middelhoff und weitere zehn
ehemalige Gremienmitglieder des Konzerns erhoben hatte. Wie das manager magazin
in seiner am Freitag, 21. Januar, erscheinenden Ausgabe berichtet, prüft
Middelhoffs Anwalt Winfried Holtermüller von der Stuttgarter Kanzlei Schelling
& Partner eine Anzeige wegen Prozessbetruges gegen Görg. In seiner
Klageerwiderung, die Holtermüller vor wenigen Tagen beim Landgericht Essen
eingereicht hat, wirft er dem Insolvenzverwalter „vorsätzlichen Bruch seiner
prozessualen Wahrheitspflicht“ vor. Görg verschweige Fakten, stelle
„Milchmädchenrechnungen“ an und operiere „unredlich, anstößig und kurzsichtig“,
heißt es laut manager magazin in dem Schriftsatz. In der Sache geht es vor
allem um die Geschäfte des Immobilienentwicklers Josef Esch und des Bankhauses
Sal. Oppenheim mit Arcandor, die zu dem von Görg behaupteten dreistelligen
Millionenschaden geführt haben sollen.

Zudem hat der Düsseldorfer Strafrechtler Sven Thomas nach Informationen von
manager magazin Beschwerde gegen die von der Staatsanwaltschaft Bochum
veranlasste Durchsuchung der Büro- und Privaträume Middelhoffs erhoben. Die
Razzia sei unverhältnismäßig gewesen, weil sein Mandant sich von vornherein
kooperationswillig gezeigt habe. Thomas hat angekündigt, notfalls bis zum
Bundesverfassungsgericht zu gehen.

Autor: Sören Jensen
Telefon: 040 308005-39

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