DER SPIEGEL

Nebenjob-Affäre: Volmer-Firma Synthesis will Strafanzeige wegen Geheimnisverrats erstatten

Berlin, 10. Februar 2005 – Die Beraterfirma Synthesis, an welcher der Grünen-Politiker Ludger Volmer beteiligt ist, will wegen der Weitergabe firmeninterner Unterlagen Strafanzeige gegen Unbekannt erstatten. Das bestätigten Volmer und Synthesis-Geschäftsführer Burkhard Hoffmeister heute gegenüber SPIEGEL ONLINE. Die Tageszeitung „Die Welt“ hatte in ihrer heutigen Ausgabe aus Papieren und E-Mails der Firma zitiert. „Das waren interne Unterlagen, die illegal an die ‚Welt’ gelangt sind“, sagte Volmer. Es gebe bereits einen Verdächtigen, erklärte der Grünen-Politiker weiter. „Ich sehe, dass meine Feinde mittlerweile mit kriminellen Methoden arbeiten.“ Die Anzeige sei bereits vorbereitet, aber noch nicht eingereicht, teilte Hoffmeister SPIEGEL ONLINE mit.

Volmer erklärte weiter, die zitierten E-Mails selbst gar nicht zu kennen. Er blieb im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE auch bei seiner Darstellung, sein Bundestagsmandat und seine privatwirtschaftliche Tätigkeit stets ordentlich getrennt zu haben.

Bundestagsabgeordnete dürfen in privaten Geschäftsangelegenheiten nicht auf ihre Parlamentszugehörigkeit verweisen. Der „Welt“ zufolge hatte Synthesis sich gegenüber
seinem Hauptkunden, der Auslandstochter der Bundesdruckerei, BIS, mit guten Kontakten in mehrere Bundesministerien und das Bundeskanzleramt gebrüstet. In einem internen Monatsbericht der Firma soll es weiter heißen: „Dr. Volmer bietet Formulierungshilfe und Prozessbegleitung an.“ Volmers Bundestagsmandat wird dem „Welt“-Bericht zufolge unterdessen nicht ausdrücklich erwähnt.

Der vollständige Text ist unter www.spiegel.de abrufbar.

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