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Neue Verdachtsmomente im Hypo-Alpe-Adria-Skandal

Vermögensverwalter Tilo Berlin pries die BayernLB schon frühzeitig als möglichen Käufer des Kärntener Instituts an

Beim Kauf der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) durch die Münchener
BayernLB gab es möglicherweise schon deutlich früher Kontakte zwischen den
Bankhäusern als bisher bekannt. Demnach hat der Hamburger Vermögensverwalter
Tilo Berlin offenbar bereits im November 2006 gegenüber Londoner Investoren die
Chance angesprochen, die Kärntener Hypo-Bank relativ schnell an die BayernLB
weiterverkaufen zu können. Das berichtet das aktuelle manager magazin
(Erscheinungstermin: 19. Februar).

Berlin und der frühere BayernLB-Chef Werner Schmidt beteuern, erst 2007 über
einen möglichen Kauf geredet zu haben. Ein Londoner Investor berichtete manager
magazin hingegen, Berlin habe ihm die BayernLB schon im November 2006 als
möglichen Käufer genannt. Berlin ließ gegenüber manager magazin ausrichten,
dies treffe nicht zu.

Mit den Umständen der Übernahme beschäftigen sich seit Monaten Staatsanwälte in
Deutschland und Österreich. Die Ermittler gehen unter anderem der Frage nach,
ob Schmidt einen zu hohen Preis bezahlte für die Kärntener Bank, die sich
später als Sanierungsfall entpuppte. Der Verdacht lautet auf Untreue; die
Ermittler gehen auch Hinweisen auf Korruption nach.

Vermögensverwalter Berlin spielt bei dem Deal eine Schlüsselrolle. Gemeinsam
mit einer Gruppe von Investoren kaufte er ab Ende 2006 zunächst 25 Prozent der
HGAA-Anteile und reichte das Aktienpaket dann im Mai 2007 mit einem hohen
Aufschlag an die BayernLB weiter.

Sollte die BayernLB tatsächlich schon Ende November 2006 mit Berlin in Kontakt
gestanden haben, wirft dies unter anderem die Frage auf, warum die Münchener
Bank ihre Anteile an der HGAA nicht direkt von den Alteigentümern kaufte,
sondern stattdessen den Umweg über Berlins Investorengruppe wählte. Direkte
Verhandlungen mit den Alteigentümern hätten der Münchener Bank womöglich viel
Geld erspart.

Autor: Ulric Papendick
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