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New Scientist: Asteroidenabwehr - Vereinte Nationen diskutieren Pläne zur Abwehr von gefährlichen Himmelskörpern

Einige Raumfahrtnationen boykottieren erste Planungstreffen

Im Rahmen seines zweiwöchigen Treffens in Wien diskutiert der Weltraumausschuss der Vereinten Nationen (COPUOS) vom 14. bis 18. Februar darüber, wie sich die Weltgemeinschaft vor dem Einschlag eines Asteroiden schützen könne. Das berichtet das Hamburger Wissensmagazin New Scientist in seiner neuen Ausgabe (Erscheinungstermin: Freitag, 15. Februar).

Zeitgleich zum sehr nahen Vorbeiflug des Asteroiden "2012 DA14" an der Erde präsentiert ein Expertenteam auf der Veranstaltung ein Drei-Punkte-Programm, um die Suche nach Asteroiden und ihre mögliche Abwehr besser zu koordinieren. Unter anderem sollen Asteroidenjäger aus aller Welt im Asteroidenwarnnetz IAWN ihre Informationen über gefährliche Brocken und ihre Flugbahn im All untereinander austauschen.

Außerdem schlagen die Experten die Gründung einer Planungsgruppe für Raummissionen (SMPAG) vor. In ihr sollen alle Raumfahrtnationen ihre Studien zur Asteroidenabwehr austauschen und gemeinsam zukünftige Abwehrmissionen entwickeln. "Bei Bedarf lassen sich diese dann aus der Schublade ziehen", sagt Detlef Koschny, Asteroidenexperte der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa.

Schließlich soll es eine Planungsgruppe geben, in der Katastrophenschutzbehörden Szenarien entwickeln, wie man auf die Gefahr eines möglichen Asteroideneinschlags reagieren könne – etwa, ob man betroffene Gebiete evakuieren oder erst einmal abwarten solle.

Ob die Diskussionen des UN-Ausschusses zu einem Ergebnis führen werden, ist fraglich. Schon im Vorfeld zogen nicht alle Raumfahrtnationen an einem Strang, berichtet Gerhard Drolshagen, ebenfalls Asteroidenexperte des Esa: Bei einem ersten Vorbereitungstreffen der SMPAG sagten Vertreter aus China, Japan und Russland ihre Teilnahme kurzfristig ab.

Für Andreas Nathues, Asteroidenforscher am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, wäre eine Einigung in Sachen Asteroidenabwehr eine Überraschung: "Die Vereinten Nationen reden schon lange über das Thema, passiert ist bislang nichts."

Für Rückfragen: Helmut Broeg
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