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New Scientist: Friedensforscher fordern Exportkontrolle für Lasertechnik

Nach dem erfolgreichen Test einer deutschen Laserwaffe fordert das Hamburger Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH), vorsichtig mit dem Export von Hochenergielasern umzugehen.

Das berichtet der New Scientist in seiner am Freitag (18. Januar) erscheinenden Ausgabe.

"Die Exporte von Hochenergielasern müssen kontrolliert und ihre militärische Nutzung generell verboten werden - unabhängig davon, ob die Technik heute schon gut funktioniert", sagt Götz Neuneck, stellvertretender wissenschaftlicher Direktor des IFSH, dem New Scientist.

Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall hat erst kurz vor Weihnachten bekannt gemacht, dass er im November auf einem Versuchsgelände in der Schweiz "vor hochkarätigem Fachpublikum" ein Hochenergielaser-System erfolgreich getestet habe, das aus zwei Strahlenkanonen besteht: eine mit 30 Kilowatt Leistung, die andere kommt auf 20 Kilowatt. Beide Strahlen können gemeinsam auf ein Ziel feuern, um es mit der gebündelten Hitze zu zerstören.

Bei der Demonstration zerschnitten die Kanonen einen 15 Millimeter dicken Stahlträger auf eine Entfernung von einem Kilometer. Auch gelang es dem Vernehmen nach, mehrere Drohnen auf zwei Kilometer Distanz abzuschießen sowie Atrappen von Mörsergranaten zu treffen.

Friedensforscher Neuneck zweifelt daran, dass solch ein Laser auch unter echten Bedingungen problemlos funktioniert, "bei denen man es mit nicht-kooperativen Zielen sowie Regen, Schnee und Nebel zu tun hat". Dennoch plädiert er für einen restriktiven Umgang mit der Technik. Bereits seit 1995 haben die Vereinten Nationen den Einsatz von Blendlasern untersagt, die den Gegner dauerhaft blind machen sollen.

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