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New Scientist: Gefahrgut im Gepäck - Akkus machen Flüge unsicher

Lithium-Ionen-Akkus können auch im Frachtraum und im Handgepäck ein großes Problem darstellen.

Das berichtet das Hamburger Wissensmagazin New Scientist in seiner neuen Ausgabe (Erscheinungstermin: Freitag, 1. Februar). Wie gefährlich die Batterien sind, ist in der Öffentlichkeit erst ein Thema, seitdem die Dreamliner-Flotte von Boeing wegen der in die Bordelektronik integrierten Lithium-Ionen-Akkus vorläufig am Boden bleiben muss. Doch nicht minder kritisch sind Batterien, die als Fracht an Bord kommen oder solche, die Passagiere in Kameras, Handys oder Laptops dabei haben. 

Bereits zwei Abstürze sind auf den Brand von Lithium-Ionen-Batterien zurückzuführen: Eine mit Akkus beladene UPS-Frachtmaschine vom Typ Boeing 747-44AF verunglückte auf dem Weg von Dubai nach Köln/Bonn im September 2010 mit dichtem Rauch im Cockpit. Im Juli 2011 ereignete sich ein ähnlicher Crash einer Asiana-Airlines-Frachtmaschine vor Südkorea. Sie hatte 400 Kilogramm Lithium-Ionen-Batterien geladen, geriet in Brand und stürzte ins Meer. 

Der Vorteil der Lithium-Ionen-Batterien, die hohe Energiedichte, ist auch ihr Nachteil. "Lithium-Batterien bilden eine große Brandlast und sind gleichzeitig eine potentielle Zündquelle", erklärt der Wiener Risikoexperte Michael Buser. "In dieser Kombination liegt ihr Gefahrenpotential."

In den vergangenen Jahren hat es dutzendfach gefährliche Zwischenfälle beim Transport von Akku-Fracht gegeben – auch in Passagierjets. Die FAA listet in einer Aufstellung zwischen 1991 und Oktober 2012 insgesamt 132 Vorfälle auf, die sich allein in den USA abgespielt haben, darunter auch solche bei europäischen Fluggesellschaften wie Lufthansa. 

Auch in Deutschland kennt man das Risiko. "Probleme machen vor allem Akkus, die von Passagieren mitgebracht werden", berichtet Cornelia Cramer, Sprecherin des Luftfahrt-Bundesamts (LBA). Zwischen 2006 und 2009 habe es insgesamt sechs Zwischenfälle mit Lithium-Batterien in deutschen Flugzeugen gegeben, seitdem wurden solche Vorfälle nicht mehr einzeln erfasst. Dabei vermuten Experten der FAA, dass die Dunkelziffer hoch ist. "Die Energiedichte der Batterien und Akkus nimmt immer weiter zu, so dass die Geräte immer risikobehafteter werden", so eine Sprecherin der Fluglinie Swiss. 

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