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"Nicht befriedigend"

Schlechte Zahlen bei Random House: Weltgrößte Buchverlagsgruppe verfehlt interne Planziele / CEO Markus Dohle im ersten Interview: Stellenabbau nicht ausgeschlossen

Die zur Bertelsmann AG gehörende größte Buchverlagsgruppe der Welt, die in New
York ansässige Random House, wird ihre Umsatz- und Renditeziele im laufenden
Geschäftsjahr voraussichtlich nicht erreichen. Allein die RH-Verlage Bantam
Dell und Doubleday liegen beim Umsatz mit rund 40 Millionen Dollar
beziehungsweise 50 Millionen Dollar unter Plan. Wie das manager magazin in
seiner neuesten Ausgabe (Erscheinungstermin: 22. August) berichtet, habe das
US-Geschäft von Random House im ersten Halbjahr zwar das Vorjahresniveau
erreicht, die internen Ziele aber um etwa 150 Millionen Dollar verfehlt.

Im ersten Interview seit seinem Amtsantritt im Juni, sagte der neue
Random-House-CEO Markus Dohle (40): „Der Plan war sicherlich sehr
ambitioniert.“ In den USA habe der Verlag „im ersten Halbjahr leider nicht so
viele Titel weit oben in den Bestsellerlisten“ gehabt, „wie wir es uns
gewünscht hätten“. Hinzu komme, so Dohle weiter, „dass wir die Marge in den USA
nicht halten konnten. Dies ist nicht befriedigend“.

Unsicherheit herrscht darüber, ob die Bertelsmann-Buchsparte das
Vorjahresergebnis (Umsatz 1,84 Milliarden Euro, Gewinn 173 Millionen Euro)
wieder erreichen kann. Wegen belastender Wechselkurseffekte dürfte dies aber
schwierig sein. Auf den Märkten in Spanien, Deutschland und Großbritannien sähe
es für Random House zwar „besser aus“. Doch erwirtschaftet die Verlagsgruppe
knapp zwei Drittel ihres Umsatzes in Dollar, weniger als 20 Prozent in Euro.
„Das stärkere Halbjahr liegt noch vor uns“, sagte Dohle dem manager magazin.
„Ich hoffe, dass wir in einer ähnlichen Größenordnung abschließen wie im
Vorjahr.“ Dies sei allerdings „ein sehr sportliches Ziel“. Er wäre nicht
überrascht, so Dohle, wenn dieses Ziel verfehlt würde.

Das Random-House-Building in London soll verkauft werden, auch einen
Stellenabbau schließt der neue Random-House-Chef nicht aus. „Wir befinden uns
in einem Markt, der nicht wächst. Deshalb müssen wir alles tun, um unsere
Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und darüber hinaus in eine neue Wachstumsphase
hineinzukommen. Welche Maßnahmen dazu im Einzelnen notwendig sind, das
analysieren wir zurzeit. Mein klares Ziel ist, dieses Unternehmen wachsen zu
lassen – hoffentlich auch die Anzahl seiner Mitarbeiter.“

Zu personellen Fragen wollte sich Dohle nicht äußern. Weder zu der angeblichen
15-Millionen-Dollar-Abfindung für seinen Vorgänger Peter Olson (58) noch zu dem
gespannten Verhältnis zu seinem Chief Operating Officer Edward Volini, der
ausgerechnet zum Führungswechsel ein zweimonatiges Sabbatical angetreten und
sich selbst Chancen auf den Posten des CEO ausgerechnet hatte.

Gerüchten eines Verkaufs der Buchsparte erteilte Dohle eine deutliche Absage:
„Random House wird langfristig zum Kerngeschäft von Bertelsmann gehören.“

Autor: Klaus Boldt
Telefon: (+1) 212-794-0342

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