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Paten für Patente

Deutscher Hightech-Spezialist fordert neue Strukturen bei der Forschungsförderung

Hart ins Gericht mit der deutschen Forschung geht August-Wilhelm Scheer, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Uni Saarbrücken und Gründer des Software-Beratungshauses IDS. In einem Interview, das in der nächsten Ausgabe des manager magazins (Erscheinungstermin: 18. Juli 2003) erscheint, kritisiert Scheer grundsätzlich falsch gesetzte Schwerpunkte: Die Politik fördere zu wenig die wirtschaftlich viel versprechenden Forschungsgebiete. Zugleich achte die Wissenschaft zu wenig auf die ökonomische Umsetzung der Ergebnisse. Dadurch, so Scheer, fehlte bei der Halbleiterentwicklung, bei Chips, Bio- und Nanotechnik die Marktorientierung. Schon bald könnten deutsche Firmen im internationalen Wettbewerb nicht mehr bestehen.

Scheer nennt auch Auswege: Eine gemeinsame Plattform von Wirtschaft und Politik könnte „Hightech-Branchen definieren, in denen innovative Produkte made in Germany eine Chance auf dem Weltmarkt haben“. Jedem benannten Gebiet, so der Softwarespezialist, solle ein „Pate“ zugeordnet werden: „Eine Persönlichkeit, die mit ihrem guten Namen die Schnittstelle zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft überbrückt“ – und im bezeichneten Sektor praktisch die Patententwicklung fördert.

Joachim Milberg, ehemals Vorstandsvorsitzender von BMW, könnte nach Scheers Vorstellungen zum Beispiel als „Pate“ für CAD-Software eingesetzt werden. Also für jene Programme, die Unternehmen helfen, am Computer komplexe Produkte wie Autos oder Maschinen zu entwickeln.

Autor: Dr. Michael Kröher
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