DER SPIEGEL

PDS-Abgeordnete Marquardt war Stasi-Informantin

Deckname "Katrin Brandt" / Verpflichtung noch als Schülerin / Spitzelberichte bis September 1989 / Bislang keine öffentliche Stellungnahme

Berlin - Die PDS-Bundestagsabgeordnete Angela Marquardt arbeitete bis zum Zusammenbruch des SED-Regimes in der DDR als Informantin für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Das berichtet SPIEGEL ONLINE unter Berufung auf bislang unbekannte Dokumente, die von Mitarbeitern der Stasi-Unterlagenbehörde auf Antrag der Redaktion bei Nachforschungen über Stasi-Spitzel an den Schulen gefunden wurden.

Demnach unterschrieb Marquardt im April 1987 als damals 15-jährige Schülerin eine handschriftliche Verpflichtungserklärung für das MfS. Darin heißt es nach Angaben von SPIEGEL ONLINE: "Ich, Angela Marquardt, verpflichte mich freiwillig, das MfS in seiner Arbeit zu unterstützen... Ich möchte, dass Feinde unschädlich gemacht werden... Zur Wahrung der Konspiration wähle ich das Pseudonym 'Katrin Brandt'. Über die inoffizielle Zusammenarbeit mit dem MfS... werde ich gegenüber jedermann Stillschweigen bewahren."

Daran hat sich die PDS-Politikerin bis heute gehalten. Erst nach der Anfrage von SPIEGEL ONLINE soll sich sie sich nun gegenüber Parteifreunden zu ihrer "Jugendsünde" bekannt haben. In der Öffentlichkeit lehnte Marquardt aber bislang jede Stellungnahme ab. Als Schülerin hatte die heute 31-jährige Abgeordnete noch bis zum September 1989 ihrem Führungsoffizier über die politische Haltung ihrer Mitschüler und Bekannten berichtet. So nannte sie damals einen Mitarbeiter des Kernkraftwerks Greifswald, der sich zur Bürgerrechtsbewegung in Leipzig bekannt und einen Fluchtversuch geplant haben soll.

Marquardt machte nach der Wende innerhalb der PDS einen steilen Aufstieg bis zur stellvertretenden Parteivorsitzenden. Optisch auffallend als Punkerin gestylt, gilt sie als Exponentin der außerparlamentarischen Linken innerhalb der Partei.

Der vollständige Artikel ist unter www.spiegel.de abrufbar.

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