manager magazin

Porsche braucht frisches Kapital

Die Finanzierungsprobleme des Stuttgarter Sportwagenherstellers Porsche sind größer als bisher bekannt.

Eigentümerfamilien suchen Großinvestor / Gewinnabführungsvertrag mit VW am
Widerstand von Niedersachsen gescheitert / Spekulationen um Rückzug von
Porsche-Finanzchef Holger Härter

Die Eigentümerfamilien Piëch und Porsche können die
Übernahme des Wolfsburger VW-Konzerns offensichtlich nicht mehr aus eigener
Kraft stemmen, planen deshalb eine Kapitalerhöhung und suchen nach einem
Großinvestor. Dies berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe
(Erscheinungstermin: 24. April) mit Verweis auf Quellen aus dem
Porsche-Aufsichtsrat. Es habe bereits Gespräche mit potentiellen Investoren aus
dem arabischen Raum gegeben, so das Hamburger Magazin weiter.

Die Suche nach frischem Kapital ist notwendig geworden, weil die
Porsche-Kreditgeber die Kreditzinsen stark angehoben haben. Der Versuch von
Porsche, deshalb einen Gewinnabführungsvertrag bei Volkswagen durchzusetzen,
scheiterte unter anderem am Widerstand von Niedersachsens Ministerpräsident
Christian Wulff (49). Clanchef Ferdinand Piëch (72) sagte auf der letzten
Aufsichtsratssitzung der Porsche Automobil Holding SE am 15. April, der Vertrag
lasse sich aktuell in Wolfsburg nicht verkaufen. Mit einem
Gewinnabführungsvertrag hätte Porsche den Zugriff auf den VW-Cash-Flow gehabt.
Niedersachen hält eine Sperrminorität von 20 Prozent an Volkswagen.

Nun wird innerhalb der Porsche-Führung diskutiert, Porsche und VW zu einer
neuen Holding zu verschmelzen. Die Folge wäre wohl, dass Porsche nicht mehr die
Mehrheit an dem gemeinsamen Unternehmen hätte. Porsche und VW arbeiteten nun
mit Hochdruck an der neuen Unternehmensstruktur, heißt es im manager magazin.
Die Position von Porsche Finanz-Vorstand Holger Härter (52), Architekt der
Übernahme, gilt unterdessen als stark geschwächt. Er könnte vor der Ablösung
stehen, schreibt das Wirtschaftsblatt und zitiert einen Wegbegleiter Härters:
„Die Familien sind von ihm enttäuscht.“

Autor: Michael Freitag
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