manager magazin

Porsche: Katar kauft auch 50 Prozent der VW-Vorzüge

Stuttgarter Autobauer hielt weit mehr Optionen auf Volkswagen als bekannt

Das Emirat Katar wird künftig weit mehr Volkswagen-Aktien halten als bislang
bekannt. Katar wird Porsche nicht nur Optionen auf 17 Prozent der Stammaktien
abkaufen, berichtet das manager magazin in seiner neuesten Ausgabe
(Erscheinungstermin: 21. August). Die Porsche SE habe den Arabern zusätzlich
auch Optionen auf 50 Prozent der stimmrechtslosen Vorzugsaktien verkauft, heißt
es in Finanzkreisen.

Porsche und Katar hatten in der vergangenen Woche bekannt gegeben, das Emirat
werde dem Autobauer fast die kompletten VW-Optionen abkaufen. Von den
Vorzugsaktien war allerdings nicht die Rede gewesen. Zusätzlich erhält Katar
auch noch 10 Prozent der Stammaktien an der Porsche SE. Für das Gesamtpaket
zahlt das Emirat gut 7 Milliarden Euro.

Die Porsche SE hält 50,76 Prozent der Volkswagen-Stammaktien. Der Konzern hatte
sich über komplexe Optionsgeschäfte verpflichtet, weitere gut 20 Prozent der
Volkswagen-Stämme und 50 Prozent der Vorzugsaktien zu übernehmen. Vorstandschef
Wendelin Wiedeking und Finanzvorstand Holger Härter hatten sich mit der
Übernahme allerdings zuviel zugemutet. Volkswagen wird deshalb Porsche
schlucken und den Stuttgarter Konzern so aus seiner Notlage befreien.

Inklusive der Lasten aus den Optionsgeschäften hatte die Porsche SE vor dem
Verkauf Verpflichtungen in Höhe von etwa 23 Milliarden Euro. Für die Optionen
waren in jedem Quartal 125 Millionen Euro Gebühren angefallen. Davon abziehen
durfte der Konzern allerdings die Dividenden aus den VW-Anteilen. Katar bezahlt
nach Informationen aus Porsche-Kreisen je Stammaktie etwa 80 Euro und je
Vorzugsaktie 63 Euro. Porsche behält allerdings 3 Prozent der Optionen auf
Stammaktien. Es handelt sich ausgerechnet um die Scheine, für die Porsche beim
Auslösen die höchsten Preise bezahlen muss.

Autor: Michael Freitag
Telefon: 0 40/30 80 05-53

manager magazin
Kommunikation
Ute Miszewski

Telefon: 040/3007-2178
E-Mail: Ute_Miszewski@manager-magazin.de