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Premiere soll bis Jahresende verkauft sein

Herbert Kloiber und Rupert Murdoch haben unter anderem Angebote bei Morgan Stanley abgegeben / Erste Gebote liegen bei 350 Millionen Euro

Der einst zur Kirch-Gruppe gehörende, hochdefizitäre Bezahlsender Premiere soll spätestens Ende dieses Jahres verkauft sein. Wie das manager magazin in seiner neuesten Ausgabe (Erscheinungstermin: 20. September 2002) berichtet, sind bislang ein Dutzend Angebote bei dem Bankhaus Morgan Stanley eingegangen, das mit dem Verkauf von Premiere beauftragt worden ist. Die Angebote sind allerdings noch nicht verbindlich.

Nach dem Konkurs der Zwischenholding Kirch Pay TV hatten die Bayerische Landesbank (Kredithöhe: rund 450 Millionen Euro), die HypoVereinsbank (rund 315 Millionen Euro) und die Bawag (rund 135 Millionen Euro) Premiere-Anteile als Sicherheiten erhalten.

Findet sich kein Käufer für Premiere, müssen die Institute ihre Kredite ganz oder teilweise in Eigenkapital umwandeln.

Bei den Bietern handelt es sich unter anderem um die Finanzinvestoren Permira, Goldman Sachs, Apax, Warburg Pincus und BC Partners; aber auch der Filmkaufmann Herbert Kloiber (54), schreibt das manager magazin, interessiere sich für eine Minderheitsbeteiligung.

In die Auktion einsteigen wollen voraussichtlich auch Premiere-Altgesellschafter Rupert Murdoch und ein Konsortium aus der US-Kabelfirma Liberty Media sowie den Finanzfirmen Apollo und Blackstone. Den Marktwert von Premiere taxieren Banker auf 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro; für diese Summe müsste ein Käufer allerdings alle Zahlungsverpflichtungen des Münchner Senders übernehmen.

Die ersten Gebote für Premiere liegen bei 350 Millionen Euro. Für diesen Betrag erhielte ein Investor kaum mehr als 30 bis 40 Prozent des Senders. Der Rest bliebe den Gläubigerbanken sowie Premiere-Chef Georg Kofler, der 5 oder 10 Prozent von Premiere übernehmen will. Dem manager magazin sagte Kofler: "Ich bin immer an den Firmen, die ich geleitet habe, beteiligt gewesen."

Autor: Klaus Boldt
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