DER SPIEGEL

Pressemitteilung Neues SPIEGEL-Buch bei DVA: „Schläge im Namen des Herrn“

In Kooperation mit der Deutschen Verlags-Anstalt erscheint am 13. Februar 2006
das SPIEGEL-Buch „Schläge im Namen des Herrn“, das mit den Lebensbedingungen
von Heimkindern ein bisher wenig bekanntes Kapitel der deutschen
Nachkriegsgeschichte aufgreift. Der Autor Peter Wensierski lässt Betroffene,
die in kirchlichen oder staatlichen Heimen bis in die siebziger Jahre unter
demütigenden Bedingungen leben mussten, in Erfahrungsberichten zu Wort kommen.

Nicht für alle waren die fünfziger und sechziger Jahre in der Bundesrepublik
eine Zeit des Aufbruchs. Im Abseits der Gesellschaft verbrachten einige
hunderttausend Heimzöglinge unter heute unvorstellbaren Bedingungen ihre
Kindheit in kirchlichen oder staatlichen Einrichtungen. Eingewiesen manchmal
nur deshalb, weil sie den rigiden Moralvorstellungen der Zeit widersprachen,
wurden Heimkinder jahrelang gedemütigt, geschlagen, zur Strafe eingesperrt,
ausgebeutet.

Die meisten haben aus Scham – selbst gegenüber Ehepartnern und Kindern – bis
heute nicht über ihre Erlebnisse gesprochen. Einige brechen nun ihr Schweigen.
Ihre Erlebnisberichte enthüllen das vielleicht größte Unrecht, das jungen
Menschen in der Bundesrepublik angetan wurde.

Erst Ende der sechziger Jahre zeichnete sich ein Wandel in der Heimerziehung
ab. Die späteren RAF-Terroristen Ulrike Meinhof, Andreas Baader und Gudrun
Ensslin, die 1969 die „Heimkampagne“ auslösten, gaben mit vielen Mitstreitern
den entscheidenden Anstoß für Reformen. Über ihre wenig bekannten Aktionen
berichtet ein Kapitel des Buches.

„Schläge im Namen des Herrn. Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der
Bundesrepublik“ von Peter Wensierski, 240 Seiten mit Abbildungen, ISBN:
3-421-05892-x, Ladenpreis 19,90 Euro

Rezensionsexemplare: Deutsche Verlags-Anstalt, Christine Liebl,
Telefon: 089/45554-304; Christine.Liebl@dva.de

SPIEGEL-Verlag
Kommunikation
Maria Wittwer
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E-Mail: maria_wittwer@spiegel.de

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