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Rabe plant Bertelsmann-Umbau

Der Medienkonzern operiert künftig mit starker Zentrale / Ostrowski sollte schon 2010 gestürzt werden

Der designierte Vorstandschef der Bertelsmann AG, Thomas Rabe (46), will die
Rolle der Gütersloher Hauptverwaltung deutlich stärken. Der dezentral
organisierte Konzern mit den Sparten Fernsehen (RTL), Zeitschriften (Gruner +
Jahr), Dienstleistungen (Arvato) und Buchverlage (Random House) will namentlich
seinen Einfluss bei „Kapital-Allokationen“ (Investitionen), „Neugeschäft“ und
„Personalmanagement“ erhöhen und hier teilweise die Federführung übernehmen.
Dies berichtet das manager magazin in seiner am Freitag erscheinenden
Dezember-Ausgabe unter Berufung auf Unternehmensinsider. Für die Bertelsmann
AG, deren Unternehmensbereiche traditionell große Unabhängigkeit genießen,
bedeutet Rabes Planung den Beginn eines fundamentalen Kulturwandels.

Rabe übernimmt die Führung des größten Medienunternehmens Europas am 1. Januar
2012. Der amtierende Vorstandsvorsitzende Hartmut Ostrowski (53) äußert sich im
manager magazin erstmals öffentlich über die Gründe seines Abschieds: „Ich
selbst habe gemerkt, dass ich nach vier anstrengenden, aber erfolgreichen
Jahren persönlich nicht mehr im Vollbesitz der notwendigen Kräfte für eine
zweite Amtsperiode bin.“ Ein „freundschaftlicher Wechsel im Vorstandsvorsitz“
liege „im besten Interesse des Unternehmens“.

Wie das Hamburger Wirtschaftsmagazin berichtet, habe Bertelsmann bereits Anfang
2010 die Ablösung Ostrowskis betrieben, der sein Amt erst Anfang 2008
angetreten hatte. Rabe galt damals jedoch noch nicht als geeigneter Kandidat,
weshalb eine Personalberatung eingeschaltet worden war. Die Suche verlief
erfolglos.

Sicher ist indes, dass Rabe einen Ausschuss einrichten will, der, ähnlich wie
das Group Executive Committee der Deutschen Bank, den Vorstand berät und
strategische Fragen mit ihm erörtert. Als sicheres Gremienmitglied gilt die
deutsche RTL-Chefin Anke Schäferkordt. Rabe hat bereits diverse
Personalentscheidungen getroffen. Unter anderem soll der langjährige Chef der
Konzernentwicklung, Dirk Refäuter, das Haus verlassen.

Autor: Klaus Boldt
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