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Restrukturierung sorgt für Unruhe bei KPMG Deutschland

Partner und ehemalige Vorstände verlassen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsfirma / Mitarbeiter müssen auf Bonus, Urlaub und Überstundenzuschläge verzichten / Auslagerung von Dienstleistungen nach Prag gestoppt

Die von Klaus Becker, dem Vorstandssprecher der deutschen KPMG, Ende vergangenen Jahres eingeleitete Restrukturierung sorgt für erhebliche Unruhe im Unternehmen. Deutschlands zweitgrößte Wirtschafts- und Steuerberatungsgesellschaft verliert Führungskräfte und Partner. Dies erfuhr manager magazin aus Unternehmenskreisen und berichtet darüber in seiner am Freitag (19. Oktober) erscheinenden Ausgabe.

Mit Christiane Kreidl, Stefan Held, Thomas Sauter und Michael Kozikowski haben vier Vorstände der Deutschen KPMG als Teil des Restrukturierungsprogramms ihre Ämter verloren und sind zwischenzeitlich aus dem Unternehmen ausgeschieden. Weitere fünf Vorstände sollen bis Ende September 2013 den Vorstand verlassen, der dann nur noch aus fünf Mitgliedern bestehen soll.

Auch auf der Ebene darunter verliert KPMG Deutschland Führungskräfte. Der für Corporate-Governance-Themen verantwortliche Partner Oliver Engels etwa heuerte als Senior Vice President in der Revisionsabteilung des Medizintechnikkonzerns Fresenius an. BDO sicherte sich die Dienste der auf Finanzdienstleister und öffentliche Unternehmen spezialisierten Partner Wolfgang Otte und Robert Sienz. Im neuen Geschäftsjahr, das Mitte Oktober erst zwei Wochen alt ist, stehen bereits vier nicht altersbedingte Partnerabgänge fest.

Die Belegschaft muss sich auf Kürzungen einstellen. Überstundenzuschläge entfallen genauso wie zusätzliche Urlaubstage für ältere und langjährige Mitarbeiter. Den nicht leitenden Angestellten in den Verwaltungsabteilungen wird mit Wirkung zum 1. Oktober der Bonus gestrichen.

Zurückstecken musste Becker in einem anderen Punkt. Der Plan, zusammen mit den KPMG-Gesellschaften aus den Niederlanden und Großbritannien in Prag ein mit Billigarbeitskräften besetztes Servicecenter aufzubauen, wurde wieder zu den Akten gelegt. Nun eröffnet KPMG in Leipzig eine kleinere Discount-Agentur, in der Steuerfachangestellte Standardaufgaben erledigen sollen.

Vor allem die Wirtschaftsprüfungssparte der KPMG war in den vergangenen Monaten durch den Verlust mehrerer prominenter Mandate aufgefallen. Allein in diesem Jahr wechselten mit ThyssenKrupp und der HypoVereinsbank langjährige Kunden zur Konkurrenz von PwC und Deloitte.

Autor: Dietmar Palan
Telefon: 040 308005-47

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