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Roche-Chef Humer: Scharfe Kritik an deutscher Gesundheitspolitik

„Wir brauchen in Deutschland eine vorhersehbare und nicht eine ständig wechselnde Gesundheitspolitik“, fordert Franz Bernhard Humer (58), Chef des Schweizer Pharmaherstellers Roche, im Interview mit dem manager magazin (Erscheinungstermin: 27. Mai 2005). Humer kritisiert, dass Deutschland Parallelimporte von Medikamenten zu staatlich festgesetzten Niedrigpreisen erlaube. „Die Krankenkassen sparen fast nichts – nur die cleveren Zwischenhändler werden Millionäre“, unterstreicht er. Zudem wendet er sich gegen die Bildung so genannter Jumbogruppen. „Die Preise für innovative, patentgeschützte Produkte werden gesenkt, während die Preise für Nachahmerprodukte steigen. Das ist eine Verhinderungspolitik, die sich gegen die Forschung wendet.“

Roche beschäftigt in Deutschland 12 000 Mitarbeiter und investiert hier zu Lande rund 300 Millionen Euro jährlich. Das unsichere Klima mache es aber schwer, zusätzliche Investitionen zu rechtfertigten. „Ich bin überzeugt, dass die gesamte Branche mehr in Deutschland investieren würde, wenn die Standortbedingungen besser wären“, betont der Roche-Chef.

Humer plädiert mit Nachdruck dafür, die forschende Industrie in Europa besser zu fördern, um Amerika gegenüber konkurrenzfähig zu bleiben: „Sonst werden die Amerikaner über kurz oder lang entscheiden, welche Medikamente wir bekommen und zu welchem Preis“, warnt er.

Autorin: Anne Preissner
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