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SAP-Chef Apotheker leitet Umbau des Walldorfer IT-Konzerns ein

Abbau von Hierarchien geplant / „Wir brauchen deutlich mehr Tempo“

SAP-Chef Léo Apotheker will die Schwächen des deutschen Software-Konzerns in
Zukunft rigoros angehen und bereitet hierfür einen tief greifenden Umbau des
Walldorfer Unternehmens vor. „Viel mehr Tempo, wir brauchen deutlich mehr
Tempo“, sagte Apotheker dem manager magazin (Erscheinungstermin: 19. Dezember
2008). „Diesen neuen Takt werden wir schneller hinbekommen, als die meisten
glauben“, fügte Apotheker hinzu. SAP solle schneller kostengünstiger und
innovativer arbeiten. Apotheker wird im Mai 2009 die SAP-Führung alleine
übernehmen, wenn sich Co-Chef Henning Kagermann planmäßig von der Spitze
zurückziehen wird.

Um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, will der künftige Solo-Chef Hierarchien
abbauen, Doppelfunktionen streichen und Lean Management im Konzern einführen –
ausdrücklich nach dem Vorbild des japanischen Autobauers Toyota. Nach der
Finanzkrise will Apotheker auf diesem Wege SAP wieder zu kräftigem Wachstum
verhelfen: „Ziel muss sein, dass die SAP weiterhin langfristig zweistellig
wachsen wird. Und ich möchte auch die Rendite der SAP verbessern“. SAP will
2008 eine operative Marge von 28 Prozent erreichen.

Die augenblicklich bis zu zehn Hierarchiestufen im Konzern will der Manager
kräftig reduzieren: „Nur eine Hierarchie weniger wäre Kosmetik“. Lean
Management soll die Innovationskraft bei SAP stärken: „Die Softwarebranche ist
dabei, eine echte Industrie zu werden. Lean Management wird enorm helfen,
Produkte schneller an den Markt zu bringen“, sagte Apotheker.

SAP fährt derzeit einen rigorosen Sparkurs, nachdem die Finanzkrise auch das
Geschäft des deutschen IT-Hauses belastet hat. Zudem hatte das Unternehmen 2008
die Markteinführung einer Online-Software zum Mieten für den Mittelstand wieder
gestoppt. Seither hat der Konzern kein Produkt am Markt, das nachhaltiges
Wachstum verspricht. SAP könne allein, indem es mehr Anwendungen an seine 75
000 Bestandskunden verkaufe, „immer noch jedes Jahr zweistellig wachsen“, sagte
dazu indes Apotheker.

Autorin: Astrid Maier
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