DER SPIEGEL

Sinsheimer Museum erwirbt zwei Sowjet-Raumfähren

Kaufvertrag Ende 2003 unterzeichnet / Geschäftsführer Walter: „Sobald der Shuttle auf das Schiff verladen ist, gehört er uns“

– Die russische Raumfähre, die nach langer Irrfahrt am Persischen Golf auftauchte, wird in den kommenden Monaten nach Deutschland verschifft. Wie SPIEGEL ONLINE erfuhr, hat das Auto- und Technikmuseum Sinsheim den Shuttle gekauft, der noch aus der Sowjet-Ära stammt.

„Wir haben Ende 2003 einen Kaufvertrag abgeschlossen“, erklärte Michael Walter, 41, Geschäftsführer des Sinsheimer Museums, gegenüber SPIEGEL ONLINE. „Sobald der Shuttle auf das Schiff verladen ist, gehört er uns.“ Den genauen Kaufpreis wollte Walter nicht verraten, ließ aber durchblicken, dass er im hohen sechsstelligen Euro-Bereich liege.

Derzeit lagert die Raumfähre, bei der es sich laut Walter um die „Buran 002“ handelt, an einem geheim gehaltenen Ort im Wüstenstaat Bahrein am Persischen Golf. Der Transport nach Deutschland soll noch in diesem Jahr, spätestens aber im Frühjahr 2005 stattfinden. Das Museum sorgte bereits mehrfach mit spektakulären Projekten für Aufsehen. Im Sommer 2003 etwa wurde ein „Concorde“-Überschallflugzeug nach Sinsheim transportiert.

Bisheriger Eigentümer der „Buran 002“ ist der Moskauer Rüstungs- und Raumfahrtkonzern NPO Molniya, der die Raumfähre entwickelt hat. Mit dem ehrgeizigen Programm, das in den späten siebziger Jahren begann und 1993 eingestellt wurde, wollte die Sowjetunion den USA in der bemannten Raumfahrt Konkurrenz machen.

Bei der „Buran 002“ handelt es sich um die Testversion des sowjetischen Shuttles. Der Prototyp, der mit eigenen Triebwerken ausgerüstet ist, bestand insgesamt 25 Flüge in der Erdatmosphäre, um das Landungssystem zu erproben. Die einzige „Buran“, die zum Weltraumflug fähig war und am 15. November 1988 ihren ersten und zugleich einzigen Orbitalflug absolvierte, wurde im Mai 2002 beim Einsturz einer Hangardecke im Weltraumbahnhof Baikonur zerstört.

NPO Molniya besitzt neben der Version „002“ noch einen weiteren Shuttle aus dem „Buran“-Programm. Auch dieses Raumschiff, das sich laut Walter im „Rohbau-Zustand“ befindet, hat er gekauft. „Wir haben noch das Technikmuseum in Speyer“, so Walter. „Die 'Buran' ist sicher für beide Museen interessant.“

Der vollständige Text ist unter www.spiegel.de abrufbar.

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