DER SPIEGEL

SPIEGEL ONLINE: Erste Festnahme im Infineon-Skandal

Im Korruptionsskandal um dubiose Schmiergeldzahlungen beim Münchner
Chiphersteller Infineon haben die Ermittler Fakten geschaffen

München, 15. September 2005 – Nach Angaben von Unternehmensinsidern wurde eine
der Schlüsselfiguren des Infineon-Skandals festgenommen: der Chef der Schweizer
PR-Firma BF-Consulting, Udo Schneider. Auslöser für die Verhaftung, die bereits
am 23. August stattfand, waren offenbar Beschuldigungen, die der frühere
Infineon-Speicherchip-Vorstand Andreas von Zitzewitz gegenüber der Münchner
Staatsanwaltschaft erhob. Hinzu kamen belastende Unterlagen, die von den
Ermittlern bei einer Razzia Mitte Juli sichergestellt wurden. Damals waren die
Konzernzentrale sowie zahlreiche Büro- und Privaträume in ganz Deutschland und
der Schweiz durchsucht worden.

Der frühere Infineon-Geschäftspartner Schneider, der jahrelang Rennsport-Events
für den Konzern organisierte, soll von Zitzewitz und einem weiteren
Ex-Infineon-Manager rund 300.000 Euro als Provision für die Anwerbung von
Sponsoring-Partnern bezahlt haben. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt
gegen Schneider und die beiden Topmanager wegen des Verdachts auf Untreue,
Bestechung beziehungsweise Bestechlichkeit oder Steuerhinterziehung.

Die Untersuchungen mündeten nun offenbar in Schneiders Festnahme in der
Schweiz. Behördensprecher Anton Winkler wollte den Vorgang gegenüber dem
SPIEGEL nicht bestätigen, kündigte für den späten Nachmittag jedoch eine
Erklärung an. Schneiders Münchner Anwalt Werner Leitner war für eine
Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Der BF-Consulting-Chef selbst, der demnächst an die deutschen Behörden
ausgeliefert werden soll, hatte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe Ende Juli
vehement zurückgewiesen. „Wenn mir einer einen neuen Kunden bringt, der sich
bei uns engagieren möchte, und er verlangt von mir eine Provision dafür und es
ist eine Win-win-Situation für alle Beteiligten“, hatte er damals erklärt,
„dann zahle ich selbstverständlich.“

Der vollständige Text ist unter www.spiegel.de abrufbar.

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